Zahnpflege für Babys

Gute Zahnpflege beginnt mit dem ersten Zahn 

Zwischen dem 6. und 8. Lebensmonat ist es so weit: Die ersten Milchzähne zeigen sich. Und damit beginnt die Zahnpflege für Kinder und Eltern. Die wichtigste Regel: Sobald die ersten Zähnchen sichtbar sind, sollten sie einmal täglich geputzt werden. Dazu kann man eine spezielle weiche Babyzahnbürste, anfangs aber auch ein Wattestäbchen verwenden. Je spielerischer Eltern die Zahnpflege betreiben, umso besser. So gewöhnen sich die Kleinsten ganz schnell daran. 

Tipps für junge Eltern: So lässt sich Kariesübertragung vermeiden 

Babys sind ja so süß! Alle Verwandten und Freunde wollen sie gleich sehen, herzen und küssen. Trotz aller Liebe zum Nachwuchs sollten jedoch ein paar Spielregeln gerade bei der Mundhygiene beachtet werden. Neugeborene kommen in der Regel ohne Karieskeime im Mund zur Welt. Oft wird im Alltag jedoch schnell der heruntergefallene Schnuller oder Löffel abgeleckt und dann wieder in den Mund des Kindes gesteckt. Keine gute Idee! Denn so können Kariesbakterien vom Speichel der Eltern auf das Kleinkind übertragen werden. Um die Übertragung von Kariesbakterien auf das Baby möglichst lange hinauszuzögern, sollten Eltern verschmutzte Schnuller oder Löffel besser abspülen als ablecken. Denn Milchzahnkaries ist eine oft unterschätzte Gefahr für die späteren Zähne. Müssen Milchzähne aufgrund von Karies frühzeitig entfernt werden, hat das weitreichende Folgen: Der vorzeitige Zahnverlust beeinträchtigt die Sprachbildung und Kaufunktion. Die nachwachsenden Zähne können schief durchbrechen, weil die Milchzähne als Platzhalter nicht mehr vorhanden sind. Und letztlich besteht die Gefahr, dass im Zahnfleisch verbliebene Kariesbakterien die bleibenden Zähne befallen. Schon in den Wochen der Schwangerschaft sollten werdende Mütter daher einer konsequenten Zahnpflege und Mundhygiene nachgehen. Denn von einer optimalen Mundhygiene, die Kariesbakterien in Schach und das Zahnfleisch gesund hält, profitieren Mutter und Kind. Zahnärzte empfehlen mindestens zwei Professionelle Zahnreinigungen: eine vor und eine nach der Geburt des Kindes.

Kariesprophylaxe mit Fluoriden: Für einen starken Zahnschmelz

Die ersten Milchzähne bekommt das Baby zwischen dem 6. und 8. Lebensmonat. Sind die ersten Zähne sichtbar, sollten sie einmal täglich geputzt werden. Dazu kann man eine spezielle weiche Babyzahnbürste, anfangs aber auch ein Wattestäbchen nehmen. Darüber hinaus kann in den ersten beiden Lebensjahren eine sehr dünne Schicht einer speziellen Kinderzahnpasta, später eine erbsengroße Menge davon auf die Zähnchen aufgetragen werden. Die Zahnpasta darf einen Fluoridgehalt von bis zu 500 ppm (0,05 %) enthalten. Sie sollte nicht allzu süß schmecken, damit das Baby sie nicht absichtlich herunterschluckt. Fluorid ist ein Spurenelement, das der Stärkung des Zahnschmelzes dient. Dieser Nutzen ist wissenschaftlich klar belegt. Die Lehrmeinung besagt, dass Fluorid, welches von außen direkt auf den Zahnschmelz einwirkt, effektiver ist als Fluoridtabletten. Gemeinsam mit den Eltern legt der Zahnarzt fest, welche Fluoridprophylaxe im speziellen Fall am sinnvollsten ist. Dabei schaut er sich auch die Fluoridaufnahme durch Ernährungsgewohnheiten wie die Verwendung von fluoridiertem Mineralwasser und fluoridiertem Speisesalz an. Denn die Zufuhr sollte nicht zu hoch sein. Auf eine gleichzeitige Einnahme von Fluoridtabletten und fluoridiertem Speisesalz sollte auf jeden Fall verzichtet werden. In einem Fluorid-Plan hält der Zahnarzt fest, ob im Einzelfall Fluoridtabletten sinnvoll sind oder nicht. Die folgende Tabelle zeigt, welche Richtmengen unbedenklich sind. Das Beste ist jedoch, den Zahnarzt zu fragen.

 

Richtwerte für Fluoridsupplemente (mg Fluorid/Tag)

Alter

Fluorid-konzentration im Trinkwasser (Mineralwasser) kleiner 0,3 mg/l

Fluorid-konzentration im Trinkwasser (Mineralwasser) 0,3 bis 0,7 mg/l

Fluorid-konzentration im Trinkwasser  (Mineralwasser) größer 0,7 mg/l

0 bis 6 Monate

6 bis 12 Monate

0,25

1 bis unter 3 Jahre

0,25

3 bis unter 6 Jahre

0,5

0,25

größer 6 Jahre

1,0

0,5

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Zahn- Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) 

Individualprophylaxe bei Kindern

Der Zahnarzt berät im Rahmen einer Individualprophylaxe intensiv über alle Aspekte der Kariesvorbeugung.

Wichtig zu wissen: Nicht jeder Schnuller ist ein guter Schnuller

Kindernuckeln ist etwas ganz Natürliches. Der Saugreflex ist angeboren und sorgt dafür, dass das Kind Muttermilch trinken kann. Es formt den Kiefer, beruhigt den Säugling und ist in dieser frühen Phase daher wichtig. Haben Kinder im Säuglingsalter über die Stillzeit hinaus ein Nuckel- und Lutschbedürfnis, dann ist ein Schnuller besser als der Daumen. Wenn Kinder also anfangen, am Daumen zu lutschen, sollten Eltern ihnen lieber einen richtig geformten Schnuller anbieten. Denn durch den Daumen kann es zu schwerwiegenden Kieferfehlbildungen kommen: Der Oberkiefer wird dann nach vorn gedrückt und gleichzeitig auch noch der Unterkiefer nach hinten. Eine spätere kieferorthopädische Korrektur ist meist unvermeidlich. Aber: Nicht jeder Schnuller ist ein guter Schnuller. Nur wenn der Schnuller die Lage des Kiefers und der Zunge nicht verändert, kann sich alles ordnungsgemäß entwickeln und finden die Milchzähne den richtigen Standort. Drückt ein übergroßer Schnuller dagegen über längere Zeit den Oberkiefer nach vorn, entwickelt sich meist ein sogenannter Lutschbiss: Die oberen Zähne stehen vor und berühren die Unterkieferzähne nicht mehr – manchmal entsteht sogar ein regelrechtes Loch zwischen Ober- und Unterkiefer. Gerade weil die Auswahl an Schnullern heute sehr groß ist, raten Experten Eltern, sich nicht durch lustige Farben oder Spielereien verführen zu lassen. Der Schnuller sollte vielmehr kiefergerecht sein und den Kiefer natürlich formen. Eltern, die unsicher sind, können sich beim Kieferorthopäden oder Zahnarzt beraten lassen.

Schluss mit dem Schnuller

Wenn die ersten Zähnchen kommen, löst der Kaureflex den Saugreflex ab. Dann mögen Kinder gerne Dinge, auf denen sie herumkauen können – zum Beispiel einen Beißring. Zu dieser Zeit sollte der Schnuller langsam abgewöhnt werden. Zahnärzte empfehlen, ungefähr um den 1. Geburtstag herum den Schnuller nach und nach abzugewöhnen. Auch gut geformte Schnuller stören dann die natürliche Gebissentwicklung. Denn der Schnuller hat ein Luftpolster. Und das bedeutet: Die Zähne, die durchbrechen wollen, drücken den Schnuller zusammen, das Luftpolster verschafft sich aber Platz und drückt die Zähnchen wieder zurück. So kann, wenn der Schnuller zu oft und zu lange im Mund ist, ein Überbiss entstehen. Denn die Zähne versuchen, am Schnuller vorbei herauszukommen. Auch der Kieferbereich, in dem die Zähne sitzen, der sogenannte Kieferkamm, wird dabei verändert und in eine falsche Position gedrückt. Deshalb sollten Eltern ihre Kinder rechtzeitig entwöhnen.

Der Zahnärztliche Kinderpass

Der Zahnärztliche Kinderpass der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Nordrhein für alle kleinen Zahnarztpatienten und ihre Eltern dokumentiert genau, welche zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern bis zur Einschulung durchgeführt werden müssen, und enthält wertvolle Informationen zur Erhaltung der Zahn- und Mundgesundheit des Kindes.

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