Älter werden mit Biss!

Gesunde Zähne sind ein Garant für Vitalität und Lebensqualität. Schöne Zähne, ein strahlendes Lächeln und einen kräftigen Biss zu haben, diesen Wunsch möchte und kann jeder verwirklichen, egal wie alt er ist – mithilfe einer guten Zahnhygiene und der modernen Zahnmedizin. Wussten Sie, dass man mit der richtigen Pflege seine eigenen Zähne bis ins hohe Alter behalten kann? Oder dass moderner Zahnersatz kaum mehr von den eigenen Zähnen zu unterscheiden ist? Wie das geht? Lesen Sie die folgenden Zahnvorsorge-Empfehlungen für Menschen im besten Lebensalter. 

Eine Gruppe von Senioren bei sportlichen Outdoor-Aktivitäten. © Robert Kneschke – stock.adobe.com

Mit gesunden Zähnen aktiv am Leben teilnehmen

Senioren – häufig auch „Best Ager“ oder „Silver Ager“ genannt – sind heutzutage internetaffin, sportlich aktiv, unternehmen Fernreisen und kennen sich besser mit dem Smartphone aus als ihre Enkel. Silver Ager stehen voll im Leben. Ebenso erfreulich ist, dass sich nicht nur bei den jüngeren, sondern auch bei den älteren Menschen in den letzten Jahrzehnten ein hohes Niveau in Sachen Zahngesundheit und Zahnpflege etabliert hat. Das liegt nicht zuletzt an der guten zahnmedizinischen Betreuung in Deutschland und den Fortschritten der Zahnmedizin, aber auch am wachsenden Gesundheitsbewusstsein und einer positiven Lebenseinstellung gerade der älteren Generation. Eine gute Zahn- und Mundgesundheit bedeutet ein großes Plus für die Lebensqualität – in jedem Lebensalter. Gesunde eigene Zähne, gesundes Zahnfleisch und gut funktionierender Zahnersatz sorgen für genussvolles Essen und Trinken, vitales Wohlbefinden und eine aktive Teilnahme am Leben. Dank der modernen Zahnmedizin alles längst keine Frage des Alters mehr!

Zahnpflegetipps speziell für Silver Ager

Zahnvorsorge ist beileibe nicht nur etwas für junge Leute, sondern für jedes Lebensalter außerordentlich wichtig! Eigeninitiative in Sachen Mundhygiene und regelmäßige Zahnarztbesuche – gemeinsam wirken sie Wunder und erhalten langfristig die Zahngesundheit. Putzen Sie sich daher regelmäßig – mindestens zweimal am Tag – sorgfältig die Zähne und reinigen Sie auch Zahnzwischenräume und Zunge. In der Zahnarztpraxis zeigt man Ihnen gerne die optimale Zahnputztechnik und den richtigen Umgang mit Zahnseide, Zwischenraumbürsten und Zungenreiniger. Gehen Sie außerdem mindestens zweimal jährlich zur Kontrolluntersuchung zum Zahnarzt. So können Karies und Erkrankungen von Zahnfleisch und Zahnhalteapparat rechtzeitig erkannt und bekämpft werden.

Wenn Sie Gegenstände nicht mehr so kräftig greifen können wie früher, vielleicht auch nicht mehr ganz so gut sehen wie in jungen Jahren und das Licht im Badezimmer etwas schummrig ist, erleichtern praktische Helfer und einfache Maßnahmen Ihnen die Mundhygiene:

  • Häufig helfen schon die Lesebrille und mehr Licht im Badezimmer, um die Mundhygiene deutlich zu verbessern.
  • Spezielle Seniorenzahnbürsten mit dickerem Handgriff ermöglichen eine sichere Handhabung.
  • Auch eine elektrische Zahnbürste kann sehr hilfreich sein. Sie muss nur noch von Zahn zu Zahn geführt werden und sorgt für eine gleichmäßige, gründliche und schonende Zahnpflege.
  • Hilfsmittel für Zahnseide fädeln die Zahnseide für eine leichtere Handhabung auf.
  • Bei größeren Zahnzwischenräumen können Zwischenraumbürstchen eingesetzt werden.
  • Ihre Zunge befreien Sie mit einem speziellen Zungenreiniger oder einer weichen Zahnbürste von Belag.

Die PZR – eine gute Wahl für Zähne und Zahnfleisch

Die moderne Zahnmedizin hält für Menschen jeden Alters, die auf ihre Zähne achten, ein breites Vorsorge-Angebot bereit. Mit der Professionellen Zahnreinigung (PZR) gönnen Sie Ihren Zähnen regelmäßig eine Verjüngungskur. Die Wiederholungsintervalle können Sie mit Ihrem Zahnarzt individuell planen. Bei der PZR reinigt der Zahnarzt oder eine speziell geschulte Fachkraft die Zähne von weichen und harten Belägen – auch an Stellen, an denen Zahnbürste oder Zahnseide sonst nicht hingelangen. Zudem werden hartnäckige Verfärbungen durch Tabak, Rotwein, Kaffee oder Tee entfernt. Abschließend werden die Zähne mit Fluorid behandelt, um den Zahnschmelz zu härten.

Moderner Zahnersatz – so gut wie unsichtbar

Mit modernem Zahnersatz kann man sich sehen lassen und auch wieder kräftig zubeißen. Er ist heutzutage kaum von echten Zähnen zu unterscheiden. Auch der Farbton lässt sich bis in die kleinste Nuance anpassen. Ein weiterer Vorteil: Moderner Zahnersatz ist leicht zu pflegen.

Festsitzender Zahnersatz

Kronen bauen einen noch fest verwurzelten, aber stark geschädigten Zahn wieder auf. Brücken schließen eine Zahnlücke. Je nach Anzahl und Position der fehlenden Zähne arbeitet der Zahnarzt mit ein-, zwei- oder mehrspannigen Brücken. Festsitzender Zahnersatz wird wie die eigenen Zähne gepflegt.

Herausnehmbarer Zahnersatz

Wenn so viele Zähne ersetzt werden müssen, dass eine festsitzende Brücke für eine Versorgung nicht mehr ausreicht, kommen Teilprothesen zum Einsatz (Klammer-, Geschiebe-, Teleskopprothesen). Wenn ein Patient keine eigenen Zähne mehr zur Verankerung von Kronen, Brücken oder Teilprothesen hat, benötigt er eine Vollprothese. Auch herausnehmbarer Zahnersatz lässt sich gut pflegen: Die Zahnprothese nach jeder Mahlzeit herausnehmen und reinigen. Am besten erfolgt die Reinigung im Waschbecken über einer weichen Unterlage, damit sie nicht beschädigt wird, wenn sie aus Versehen herunterfällt. Alternativ dazu kann das Waschbecken mit Wasser gefüllt werden. Für die Reinigung der Prothese eine weiche Zahnbürste oder eine spezielle Prothesenbürste nehmen. Normale Zahnpasta eignet sich nicht für die Prothesenpflege, da sie auf Dauer die Oberfläche anrauen kann. Daher besser ein spezielles mildes Reinigungsmittel verwenden, das man in der Drogerie oder Apotheke kaufen kann. Nach der Reinigung die Prothese gründlich mit Wasser abspülen.

Implantate

Implantate gelten als anspruchsvollste Möglichkeit, fehlende Zähne medizinisch und ästhetisch perfekt zu ersetzen. Sie werden in der Regel bei Zahnverlust eingesetzt, der durch eine starke Karies, Zahnbetterkrankungen oder einen Unfall zustande gekommen ist. Implantate stellen eine künstliche Wurzel aus einem zylinderförmigen Stift oder einer Schraube aus Titan dar. Auf dieser wird ein Implantatpfosten befestigt, auf dem wiederum der sichtbare Zahnersatz, die sogenannte Suprakonstruktion, angebracht wird. Das kann eine Krone bei Verlust einzelner Zähne, eine Brücke als Ersatz für mehrere Zähne oder eine Prothese sein, wenn viele Zähne ersetzt werden müssen. Bei Implantaten müssen keine Nachbarzähne abgeschliffen werden. Sie sind jedoch nicht für jeden Patienten geeignet. Voraussetzungen sind ein abgeschlossenes Knochenwachstum (Kiefer), eine ausreichende Knochendichte sowie gesundes Zahnfleisch. Bestimmte Allgemeinkrankheiten schließen ein Implantat ebenfalls aus. Bei einwandfreier Mundhygiene und regelmäßiger Professioneller Zahnreinigung beim Zahnarzt haben Implantate eine hohe Lebensdauer.

Das Zahnfleisch nicht vergessen!

Ältere Menschen verlieren häufiger Zähne durch eine Entzündung des Zahnhalteapparats (Parodontitis) als durch Karies. Daher ist es wichtig, auf Alarmzeichen wie Zahnfleischbluten oder einen Rückgang des Zahnfleisches zu achten. Auch hier hilft der regelmäßige Gang zum Zahnarzt dabei, Krankheiten des Zahnfleisches frühzeitig zu erkennen und so einem späteren Zahnverlust vorzubeugen. Aus einer bakteriell bedingten Zahnfleischentzündung (Gingivitis) kann sich eine Parodontitis entwickeln, die zu einer schwerwiegenden Zerstörung des Zahnhalteapparates (Parodont) führt. Diese kann nicht mehr rückgängig gemacht werden und führt zum Zahnverlust, wenn sie nicht rechtzeitig bekämpft wird oder sogar unbehandelt bleibt.

Die regelmäßige Zahnvorsorge zu Hause und in der Zahnarztpraxis ermöglichen es Menschen im Seniorenalter, ihr Leben mit gesunden Zähnen bis ins hohe Alter zu genießen. Haben Sie noch Fragen dazu, wie Sie Ihre Zähne lebenslang gesund erhalten können oder welcher Zahnersatz für Sie infrage kommt, wenn doch einmal ein Zahn verloren gegangen ist, hilft Ihnen Ihr Zahnarzt gerne weiter. Oder stöbern Sie auf unseren Informationsseiten zum Thema Zahnvorsorge.

Parodontitis – nicht nur für Zähne und Zahnfleisch gefährlich

Erkrankungen des Zahnfleischs und des Zahnhalteapparates können nicht nur dem Zahnfleisch und den Zähnen massiv schaden, sondern auch der Allgemeingesundheit gefährlich werden. Wissenschaftliche Studien haben einen Zusammenhang zwischen parodontalen Erkrankungen und einem erhöhten Risiko für das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus, rheumatischen Erkrankungen und Lungenentzündungen nachgewiesen.

Bei diesen Alarmzeichen schnell zum Zahnarzt!

Treten folgende Symptome auf, kann eine Zahnfleischentzündung oder Parodontitis vorliegen:

  • Blutungen, Rötungen und Schwellungen des Zahnfleisches 
  • Berührungsempfindlichkeit des Zahnfleisches
  • Mundgeruch
  • Eiterbildung am Zahnfleischrand
  • Zahnfleischrückgang und Zahnlockerungen

Denken Sie bitte daran: In den meisten Fällen sind Erkrankungen des Zahnfleisches schmerzlos und werden erst vom Zahnarzt erkannt.