Zahnprobleme beim Tauchen

Sinnvoll: Zahncheck vor dem Tauchurlaub

Ausrüstungscheck, Versicherungsabschluss und eine sportärztliche Untersuchung gehören für jeden begeisterten Taucher ganz selbstverständlich zur Reisevorbereitung. Kaum jemand rechnet damit, dass auch defekte Zahnfüllungen, unvollständige Wurzelkanalbehandlungen, dünner Zahnzement oder Prothesen zu ernsthaften Problemen unter Wasser führen können. Ein gründlicher Zahncheck ist daher eine notwendige Voraussetzung für den gelungenen Tauchurlaub.

Bei einem Tauchgang wirkt der Druck des Wassers auf die luftgefüllten Hohlräume des Körpers ein, indem er die eingeschlossene Luft zusammendrückt. Umgekehrt dehnt sich die unter Druck komprimierte Luft beim Aufstieg an die Oberfläche wieder aus. Werden die Druckänderungen aufgrund einer mangelhaften Belüftung von Hohlräumen nicht oder nicht in ausreichendem Umfang ausgeglichen, kann es zu Über- bzw. Unterdruckverletzungen kommen.

Zähne unter Druck

Dies kann auch Auswirkungen auf die Zähne und den Zahnhalteapparat haben. So können von den Kieferhöhlen, die so dicht an den oberen Backenzähnen liegen, dass Druck auf die Zahnwurzeln übertragen wird, Schmerzimpulse ausgehen. Vor allem aber können durch Risse in defekten Füllungen, Karies, durch eine nicht perfekt eingepasste Zahnprothetik, unvollständige Wurzelkanalbehandlungen oder dünnen Zahnzement luftgefüllte Hohlräume im Mund entstehen. Auch das Ziehen eines Zahns oder kieferchirurgische Eingriffe können Gaseinschlüsse im Gewebe verursachen. In manchen Fällen reichen die beim Tauchen auftretenden Druckunterschiede aus, um Füllungen zu lösen und einen Zahn zu brechen oder regelrecht explodieren zu lassen.

Probleme mit Prothesen

Bei Prothesenträgern kann es zu Problemen mit dem Atemregler kommen, da häufig der Unterkiefer vorgeschoben werden muss, um das Mundstück festzuhalten. Durch den Druck auf die vorderen Zähne werden die hinteren Zähne abgehoben. Ganz- oder Teilprothesen können verrutschen und dadurch Reizungen und Schmerzen auftreten. Im schlimmsten Fall kann die Prothese verloren gehen oder gar in die Atemwege geraten.

Empfehlungen zur Vorbeugung

Damit Sie Ihren Tauchurlaub unbeschwert genießen können, sollten Sie folgende Empfehlungen beachten:

  • Grundsätzlich sollte im Rahmen der jährlichen tauchsportärztlichen Untersuchung auch ein Termin beim Zahnarzt  wahrgenommen werden. Im Zweifelsfall kann eine Röntgenuntersuchung Aufschluss über potenzielle Problemstellen geben.
  • Nach einer Zahnbehandlung mit örtlicher Betäubung sollte 24 Stunden nicht getaucht werden. Bei kieferchirurgischen Eingriffen ist eine Pause von mindestens einer Woche zu empfehlen.
  • Prothesen können während des Tauchens herausgenommen werden. Bei Teilgebissen, die an benachbarten Zähnen befestigt sind, empfiehlt sich ein maßgefertigtes Mundstück für den Atemregler oder ein Atemregler, der fest in eine Vollgesichtsmaske eingebaut ist.

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