Vorsicht vor verstecktem Zucker

Zu viel Zucker fördert Karies und Übergewicht

Die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und der Universität Mannheim belegen, dass die meisten Eltern den Zuckergehalt von beliebten Lebensmitteln stark unterschätzen und damit das Übergewichtsrisiko für ihre Kinder verdoppeln. An der im International Journal of Obesity veröffentlichten Studie nahmen 305 Eltern mit ihren zwischen 6 und 12 Jahre alten Kindern teil. Diejenigen Eltern – immerhin 74 Prozent –, die den Zuckergehalt teils stark unterschätzten, hatten deutlich häufiger übergewichtige Kinder. Gerade für Eltern ist es also wichtig, sich mit dem Zuckergehalt von Lebensmitteln und Getränken auszukennen, da sie als „Ernährungsentscheider“ den Zuckerkonsum ihrer Kinder wesentlich beeinflussen.

In welchen Lebensmitteln sich Zucker versteckt

Zu viel Zucker schadet aber nicht nur der Figur, sondern bekanntlich auch den Zähnen. Denn er ist die Lieblingsnahrung von Kariesbakterien. Diese Keime bilden aus Zucker Säuren, die dem Zahnschmelz Mineralien entziehen. Dann kann Karies entstehen. Dass Süßigkeiten aller Art und auch süße Getränke wie Cola oder Limonade viel Zucker enthalten, weiß jeder. Weniger bekannt ist, dass es auch viele Nahrungs- und Genussmittel gibt, die große Mengen an verstecktem Zucker enthalten, von denen der Verbraucher nichts ahnt. Dies gilt vor allem für industriell gefertigte Lebensmittel. Es gibt viele Fertigprodukte, in denen man gar keinen Zucker vermutet, weil das fertige Produkt gar nicht süß schmeckt. Das gilt etwa für Ketchup oder die Currywurst aus der Packung und Tiefkühlpizza. Weitere Beispiele sind fertige Salatdressings, Tütensuppen, fertige Gemüsebrühen, Soßenbinder, Grillsoßen und Fertigdips. Abgepackter Herings- oder Krautsalat, Gewürzgurken und Gemüse im Glas – insbesondere Rotkohl – sind ebenfalls ziemlich „süß“. Nicht selten haben es auch Produkte, die als „zuckerfrei“ oder „ohne Zuckerzusatz“ gekennzeichnet sind, ganz schön „in sich“. Diese Lebensmittel enthalten zwar keinen Haushaltszucker, Rohrzucker oder Rübenzucker – dafür aber Glukose, Fruktose, Laktose oder Maltose. Zahnschädlicher Zuckerzusatz wird von Herstellern auch gerne als „Fruchtsüße“ oder durch Fachbegriffe wie Dextrose, Saccharose oder Raffinose getarnt.

Müsli, Obst und Joghurt können Zuckerbomben sein

Haben Sie bisher gedacht, Sie ernähren sich mit Müsli oder Fruchjoghurt besonders gesund? Leider sind Müslis, Cornflakes, Frucht- und andere Joghurtsorten, Fruchtquark, Fruchtbuttermilch oder probiotische Drinks häufig wahre Zuckerbomben. Wussten Sie, dass 150 Gramm Fruchtjoghurt ganze sechs Stück Würfelzucker –  das sind fast 20 Gramm Zucker – enthalten? Zum Vergleich: Nach einer Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO sollte man nur etwa 25 Gramm Zucker pro Tag verzehren. Obst ist zwar gesund und vitaminreich, enthält aber Fruchtzucker, manche Obstsorten deutlich mehr als andere. Vorsicht auch bei Fruchtsäften, Fruchtsaftgetränken aller Art, Smoothies, gezuckertem Dosenobst oder Trockenfrüchten. Und selbst salzige Knabbereien wie Chips sind alles andere als gut für die Zähne, da sie reich an Kohlenhydraten bzw. Stärke sind, die bereits im Mund in Zucker aufgespalten wird.

Tipps für eine zahnfreundliche/gesunde Ernährung

Es gibt jedoch eine Reihe Empfehlungen von Ernährungswissenschaftlern und Zahnmedizinern zu diesem Thema. Konsequent angewendet ermöglichen sie einen effektiven Schutz von Gesundheit und Zähnen vor den schädlichen Auswirkungen des Zuckers:

  • Alles, was wenig Zucker und viele Mineralstoffe enthält – also möglichst naturbelassene Vollwert- und Rohkost – ist gut für die Zähne. Eine „normale“ Menge an Kohlenhydraten bzw. Stärke, wie sie etwa einem Stück Vollkornbrot oder einer Portion Pasta entspricht, können gesunde Zähne gut verkraften. Manche Lebensmittel sind sogar reich an Stoffen, die Zahnfleisch und Zähne stärken wie z. B. Käse und andere Milchprodukte, die viel Kalzium enthalten, den wichtigsten Aufbaustoff für Knochen und Zähne.
  • Verwenden Sie frisches Gemüse oder Tiefkühlgemüse ohne Rahmsoßen, bereiten Sie das Salatdressing immer selbst zu, mischen Sie Naturjoghurt oder Naturquark mit frischem oder tiefgekühltem Obst (bei Letzterem auf Zuckerzusatz achten!) und mixen Sie Ihre Smoothies selbst aus frischen Kräutern und Gemüsen. Generell ist es besser, frisch zubereitete Speisen zu verzehren als zu Fertigprodukten aller Art zu greifen.
  • Auf keinen Fall sollte man auf Obst verzichten! Es ist jedoch zu bedenken, dass Obst neben Fruchtzucker auch viel Fruchtsäure enthält. Beides greift den Zahnschmelz an. Am besten ist es daher, direkt nach dem Verzehr von Obst den Mund mit Wasser zu umspülen. Wasser verdünnt die Säuren, so dass der Speichel sie besser neutralisieren kann. Besonders zucker- und säurehaltige Obstsorten sollte man zudem nicht ständig bzw. über den gesamten Tag verteilt essen, sondern zu den Hauptmahlzeiten oder als Dessert. Das gilt auch für Fruchtsäfte.
  • Bei Getränken sind Wasser und ungesüßte Tees wie schwarzer und grüner Tee oder Kräutertees unbedenklich für die Zähne. Vorsicht bei Früchtetees, da diese viel Säure enthalten.
  • Für ein zahngesundes Essen und Trinken kommt es auch darauf an, wie häufig die Zähne mit Nahrung in Kontakt kommen bzw. Getränke die Zähne umspülen. Drei große Mahlzeiten am Tag sind besser für die Zähne als viele kleine Mahlzeiten, da ausreichend lange Pausen zwischen den Mahlzeiten dafür sorgen, dass der Speichel mit seinen Mineralien immer wieder ein ausgewogenes Mundmilieu schaffen kann. Deshalb ist empfehlenswert, zum Beispiel nur ein Glas Fruchtschorle am Tag zu trinken oder nur einmal am Tag Süßigkeiten zu essen. Dann gelingt es dem Speichel, den Zahnschmelz zu remineralisieren. Nascht man dagegen häufiger am Tag etwas Süßes oder trinkt öfters Fruchtschorle, können sich die Zähne deutlich schlechter regenerieren.
  • Kauen Sie beim Essen gründlich. Das regt den Speichelfluss an und fördert die Selbstreinigung der Zähne.
  • Und last, but not least: Putzen Sie sich regelmäßig und sorgfältig die Zähne – zwei- bis dreimal täglich jeweils mindestens drei Minuten lang müssen alle Zahnoberflächen gründlich gereinigt werden. Auch die Zahnzwischenräume und die Zunge nicht vergessen! Hat man gerade etwas Süßes verzehrt oder getrunken, die Zähne nach dem „Süßschock“ am besten sofort putzen. Wie man bei der häuslichen Zahnpflege alles richtig macht und welche Zahnpflegemittel man einsetzen kann, können Sie hier auf unseren Seiten nachlesen oder sich von Ihrem Zahnarzt zeigen lassen. Denken sie auch daran, regelmäßig zur zahnärztlichen Kontrolluntersuchung zu gehen, die zweimal jährlich von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen wird. Viele Zahnärzte bieten zusätzlich ein individuelles Vorsorgeprogramm in der Zahnarztpraxis an. Es handelt sich um die sogenannte Professionelle Zahnreinigung, die Ihnen dabei hilft, Ihre Mundgesundheit langfristig zu erhalten.

Bild Startseite und diese Seite: sassi / pixelio.de

Infoblatt der Deutschen Gesellschaft für Ernährung

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. Bonn (DGE) hat ein Informationsblatt zur gesunden Ernährung herausgegeben, das Sie online einsehen und herunterladen können:

   

Vollwertig essen und trinken 
nach den zehn Regeln der DGE (PDF)
  

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