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Tag der Zahnfee am 22. August

Belohnung für ausgefallene Wackelzähne

Am 22. August ist wie jedes Jahr Tag der Zahnfee. Wahrscheinlich kennen auch Sie die Geschichte von der Zahnfee, die nachts heimlich in die Kinderzimmer kommt und die ausgefallenen Milchzähne mitnimmt, die die Kleinen vor dem Schlafengehen extra unter das Kopfkissen gelegt haben. Und weil die Zahnfee eine gute Fee ist, legt sie für die Zähne ein kleines Geschenk unter das Kopfkissen. Wenn der erste Milchzahn anfängt, wackelig zu werden, erzählen die Eltern oder die Großeltern Kindern gerne dieses Märchen von der Zahnfee. Und natürlich sind es auch Mama, Papa oder Oma und Opa, die die Geschenke unter dem Kopfkissen verstecken.

Geschichte des Zahnfee-Mythos

Die Legende von der Zahnfee kommt ursprünglich aus Großbritannien und den USA. In französischsprachigen Ländern kennt man die kleine Zahnmaus. Der Tag der Zahnfee wird seit den 1980er-Jahren immer am 22. August begangen. Rituelle Bräuche rund um die wichtigsten „Stationen“ beim Übergang vom Kind zum Erwachsenen sind in so gut wie allen Kulturen der Welt von jeher verbreitet. Auch Rituale zum Zahnwechsel gibt es zahlreiche. In Europa kam es offenbar zu einer Verschmelzung mit dem Feen- und Kobold-Mythos, der in viele Erzählungen der hiesigen Mythen- und Sagenwelt Eingang gefunden hat. Nicht wenige für die Menschen früherer Zeiten unerklärliche oder bedeutsame Geschehnisse wurden mit dem Eingreifen mythischer Wesen in Verbindung gebracht. Historisch bezeugt ist die Zahnfee-Legende erst seit Anfang des 19 Jahrhunderts. Seit Ende der 1920er-Jahre hielt die Zahnfee auch in die literarische Welt Einzug. Es erschienen Schauspiele und Erzählungen über die Zahnfee, die für Kinder geschrieben waren. Das löste auf den britischen Inseln und in Nordamerika einen regelrechten Zahnfee-Boom aus. Von da an wurden sogar ganze Bücher und Comics veröffentlicht, in denen der Zahnfee-Mythos eine Rolle spielt. Und schließlich gelangte die Legende von der guten Zahnfee ebenfalls in die Kinderzimmer deutschsprachiger Länder.

Zahnfee kann Angst vor Zahnwechsel nehmen

Kinderzahnärzte empfehlen, kleinen Patienten die Angst vor dem Zahnwechsel und vor Behandlungen beim Zahnarzt mithilfe der Zahnfee zu nehmen. Denn der Zahnfee-Mythos ist eine schöne und kindgerechte Erzählung, die sich durch die kleinen Geschenke auch ganz real und im positiven Sinn für die Kinder auswirkt. Die Freude über die Geschenke kann die Angst vor dem Zahnverlust vertreiben. Das Kind wird dafür belohnt, dass es nach und nach „neue“ Zähne bekommt. Es kann stolz auf den Zahnwechsel sein, der ja ein deutliches Zeichen für das Heranwachsen ist. Zahnärzte, die Kinder während des Zahnwechsels behandeln, können mit der Geschichte der Zahnfee ihre kleinen Patienten beruhigen und sie zur „Mitarbeit“ motivieren.

Bleibende Zähne von Anfang an gegen Karies schützen

Sobald der erste bleibende Zahn durchbricht, ist es wichtig, eine Zahnpasta mit möglichst hoher Fluoridkonzentration zu verwenden. Da der Zahnschmelz noch nicht voll ausgehärtet ist, besteht bei den bleibenden Zähnen in der ersten Zeit ein besonders hohes Karies-Risiko. Die ersten bleibenden Zähne müssen von den Eltern deshalb als solche erkannt und von Anfang an sorgfältig geputzt werden, um eine Karieserkrankung zu verhindern.

Eltern müssen noch gründlich nachputzen

Die Eltern müssen in diesem Alter noch gründlich nachputzen. Erst wenn ein Kind flüssig schreiben kann, sind die motorischen Fähigkeiten so ausgebaut, dass es sich allein die Zähne putzen kann. Ab dem sechsten Geburtstag kann ein Kind dabei im Prinzip eine Erwachsenenzahnpasta benutzen. Sowohl sogenannte Junior- als auch Erwachsenenzahnpasten bieten mit einer Fluoridkonzentration von maximal 1.500 ppm (Sie finden die Angaben dazu auf der Tube) den benötigten Kariesschutz.

Vor allem auf 6-Jahr-Molar achten

Besonders ist auch auf den ersten bleibenden Backzahn das Augenmerk zu richten, der als 6-Jahr-Molar bezeichnet wird, weil er mit ungefähr sechs Jahren bei Kindern in der Mundhöhle durchbricht. Dieser Zahn wird bei der Pflege leicht vergessen, da bei ihm zuvor – anders als bei den vorderen bleibenden Zähnen – kein Milchzahn ausfällt. Er liegt ganz hinten im Mund und erreicht anfangs nicht die Höhe der neben ihm stehenden Milchbackenzähne. Eltern sollten auf den Durchbruch dieses Zahns achten und ihrem Kind erklären, dass er besonders gut geputzt werden muss. Im Kindermund erreicht nur eine Zahnbürste mit einem kleinen Bürstenkopf die hinteren Zahnpartien. Am besten ist es, wenn die Zahnbürste am Kopfende etwas längere Borstenbüschel hat. So kann der erste große Backenzahn beim Putzen gut erreicht werden.

Versiegelung und Individualprophylaxe

Bei unzulänglicher Reinigung entsteht vor allem an bestimmten Schwachstellen leicht eine Karieserkrankung, beispielsweise in den Zahnzwischenräumen oder auf den Zahnflächen in der Nähe des Zahnfleischs, dem sogenannten Zahnsaum. Auch die Kauflächen sind besonders anfällig für Karies und müssen entsprechend beachtet werden. Gerade Backenzähne haben tiefe Furchen, in denen leicht Essensreste hängen bleiben, wenn der Zahn nicht gründlich gereinigt wird. In der Zahnarztpraxis gibt es auch spezielle Schutzprogramme für bleibende Backenzähne. Dazu zählt die Versiegelung, bei der die sogenannten Fissuren mit dünnem Kunststoff verschlossen werden. Die Versiegelung funktioniert nur, wenn der Zahn gesund ist, und bedeutet auf keinen Fall, dass anschließend der Zahn nicht mehr geputzt werden muss. Wichtig zu wissen: Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten dieser wirksamen Schutzmaßnahme nur für die bleibenden Backenzähne. Die Versiegelung weiterer Zähne ist jedoch möglich und sinnvoll. Zudem kann der Zahnschmelz durch Auftragen von Fluoridkonzentraten gefestigt werden. Ab dem sechsten Geburtstag können und sollten Kinder unbedingt zweimal im Jahr zur Vorsorge zum Zahnarzt gehen. Das individuelle Karies-Vorsorge-Programm für 6- bis 17-jährige der gesetzlichen Krankenkasse sieht eine intensive Betreuung in der Zahnarztpraxis (Individualprophylaxe für Kinder) vor.

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