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Zahnunfall beim Outdoor-Sport

Rettung für verunglückte Zähne

Endlich ist wieder Sommer. Sonnenschein und warme Temperaturen laden dazu ein, sich so oft wie möglich im Freien aufzuhalten. Die schöne Jahreszeit ist daher Hochsaison für viele Outdoor-Sportarten. Beim Mountainbiken oder bei Touren mit dem Trekkingrad, beim Inlineskating, Skateboarding, Reiten oder Joggen usw. kann es jedoch schnell zu einem Sturz kommen, bei dem ein Zahn gelockert oder verschoben wird. Im schlimmsten Fall kann sogar ein Stück vom Zahn abbrechen oder der Zahn ganz ausgeschlagen werden. Verunglückte Zähne lassen sich dabei durch rasches und richtiges Handeln und mithilfe der modernen Zahnheilkunde nicht selten retten. Ein ganzer Zahn kann möglicherweise wieder eingesetzt, Zahnbruchstücke können mit einem Spezialkunststoff wieder angeklebt werden.

Was unmittelbar nach einem Zahnunfall zu tun ist

Unmittelbar nach einem Unfall ist natürlich der Schreck groß. Trotz Angst und Schmerzen gilt es jedoch, einen klaren Kopf zu bewahren, Maßnahmen zur Ersthilfe zu ergreifen und möglichst rasch einen Zahnarzt aufzusuchen. Wie Zahnmediziner empfehlen, sollte man bei Blutungen im Mund leicht auf ein Stofftaschentuch beißen. Ist ein Zahn abgebrochen oder ausgeschlagen worden, hat es oberste Priorität, den Zahn bzw. das Zahnstück zu finden und zu konservieren. Wichtig dabei ist: Niemals die Zahnwurzel, sondern nur die Zahnkrone anfassen, da sich auf der Wurzel lebende Zellen befinden. Der Zahn darf auf keinen Fall abgewaschen werden.

Zahn oder Zahnteil feucht halten

Zähne bzw. Zahnbruchteile müssen feucht gehalten werden. Ausgeschlagene Zähne trocknen ungeschützt innerhalb weniger Minuten aus. Das führt dazu, dass die Zellen an der Wurzeloberfläche absterben und ein Zahn bei dem Versuch, ihn wieder einzupflanzen, nicht mehr einheilen kann. Konservieren lassen sich Zähne oder Zahnstücke am längsten in einer sogenannten Zahnrettungsbox, die eine spezielle Zellnährlösung enthält – und zwar über 24 bis 48 Stunden lang. Die Box gibt es beim Zahnarzt oder in der Apotheke und ist nicht nur für alle, die gerne Sport treiben, sondern auch als Anschaffung für Kindergärten, Schulen, Schwimmbäder und Sportstätten sinnvoll.

Hat man keine Zahnrettungsbox bei sich, ist Improvisationsgeschick gefragt. Ein bis zwei Stunden lässt sich ein Zahn(stück) in einem Glas kalter H-Milch aufbewahren, kurze Zeit auch in steriler Kochsalzlösung. Wer keines dieser Hilfsmittel zur Verfügung hat, sollte den Zahn(teil) auf keinen Fall in Wasser oder ein feuchtes (Taschen)tuch legen. In den Mund nehmen ist ebenfalls nicht ratsam. Allenfalls kann man den Zahn oder das Zahnbruchstück für den Transport in Frischhaltefolie einwickeln oder in ein Gefäß mit genügend eigenem Speichel legen.

So schnell wie möglich zum Zahnarzt gehen!

Wie gesagt ist bei all diesen Alternativen zu beachten, dass die mögliche Lagerungsdauer im Vergleich zur Zahnrettungsbox deutlich geringer ausfällt. Sie können das kontinuierliche Absterben der Zellen nur für kurze Zeit verzögern und sollten schnellstmöglich gegen eine Zahnrettungsbox ausgetauscht werden. Eine Übersicht zur Lagerungsdauer, welche die verschiedenen Aufbewahrungsmöglichkeiten bieten, findet sich auf den Internetseiten der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung.

Nachdem geeignete Maßnahmen für eine Konservierung getroffen wurden, ist so schnell wie möglich eine Zahnarztpraxis oder eine Zahnklinik aufzusuchen! Der Notfall sollte telefonisch angekündigt werden. Schildern Sie, was passiert ist, wie, wann und wo der Unfall genau stattgefunden hat, ob Milch- oder bleibende Zähne betroffen sind und vielleicht auch Weichteile wie Wangen, Nase, Lippen, Zunge oder das Zahnfleisch verletzt wurden. Zudem können auch Oberkiefer, Unterkiefer oder die Kiefergelenke in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Der sofortige Besuch beim Zahnarzt ist auch dann anzuraten, wenn bei einem Unfall auf den ersten Blick kein Zahn verletzt zu sein scheint, denn es können Folgeschäden auftreten, beispielsweise an der Zahnwurzel. Nach der Versorgung in der Zahnarztpraxis oder Zahnklinik kommt möglicherweise ein Antibiotikum zum Einsatz. Gegebenenfalls sollte der Tetanusschutz aufgefrischt werden. Für alle Sportarten, bei denen ein Risiko für die Zähne besteht (auch für Ballsportarten und Hockey), ist das Tragen eines Zahnschutzes empfehlenswert. Für Radfahrer gibt es auch Helme mit integriertem Kinnbügel.

Bild Startseite und diese Seite: Adobe Stock / Beenis

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