Regelmäßige Vorsorge ist wichtig

So werden aus kleinen keine großen Zahnschäden

In der Zahnmedizin können durch die Früherkennung und Behandlung kleiner Schäden große Schäden am Zahn vermieden werden. Nach dem Ausmaß des Defekts richtet sich dann auch der Umfang der notwendigen Behandlung. Wie unseren Körper wollen wir auch unsere Zähne ein Leben lang gesund erhalten. Dafür sorgen am Anfang die Eltern, die intensiv mit ihren Kindern gemeinsam Mundhygiene betreiben, bis die Eigenverantwortung greift und man selbst regelmäßig die Zahne pflegt. Jung und Alt werden dabei durch die Vorsorgeuntersuchungen und das Beratungsangebot ihrer Zahnarztpraxis unterstützt.

Kleiner Schaden – warum?

Und doch kommt es vor,  dass ein Zahn Schaden nimmt. Wie kann das sein? Diese Frage hören Zahnarzte immer wieder. Es sind individuelle Faktoren, die die Neigung zu Karies begründen, zum Beispiel eine Zahnfehlstellung, die das Putzen bestimmter Zahne erschwert. In der gleichen Familie kann es vorkommen, dass ein Mitglied bei gleicher Vorsorge und Ernährung mehr mit Zahnschäden zu tun hat als ein anderes. Deshalb kann es trotz aller Mühe sein, dass eine Karies einen Zahn befällt. Dabei greift die von Bakterien erzeugte Säure zunächst die äußere Schicht des Zahnes, den Zahnschmelz, an. Erst anschließend geht die Karies tiefer über in das weichere Dentin, wo die Zerstörung leider rascher vonstatten geht. Wenn es einmal passiert, ist entscheidend, dass die Karies noch im Frühstadium erkannt wird, in dem nur die Oberfläche des Zahnschmelzes betroffen ist.

Früherkennung ist das A und O

Gerade in der Zahnmedizin ist Früherkennung durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen äußerst effektiv. Der Zahnarzt tastet mit einer Sonde die Oberfläche der Zähne ab. Von Zeit zu Zeit sind auch Röntgenbilder notwendig, um versteckte Karies zu erkennen. Heute muss man Karies im Frühstadium, die sogenannte Entmineralisierung, nicht mehr mit dem Bohrer behandeln, sondern kann mittels einer Remineralisierung mit speziellen Lacken den Schaden beheben. Und selbst wenn die Karies mit einer kleinen Füllung repariert werden muss, ist das mit den modernen Materialien und Techniken heute nur noch ein kleiner Eingriff, von dem man später wenig bis gar nichts mehr sieht. Eine Füllung ist wie ein kleines unsichtbares Pflaster für den Zahn.

Großer Schaden – was nun?

Für Zahnärzte ist es am besten, einen kleinen Schaden zu heilen, bevor er größere Maßnahmen erfordert. Die Zahnmedizin stellt aber heute auch hervorragende Möglichkeiten zur Verfügung, um helfen zu können, wenn die Karies zu einem größeren Defekt geführt hat. Tückisch ist, dass die Karies zuschlagen kann, ohne dass man etwas  davon merkt. Hat der Zahn bereits ein größeres „Loch“, muss die Restsubstanz des Zahnes stabilisiert und das „ Loch" sicher verschlossen werden. Dazu gibt es je nach Umfang und Lage des Defekts unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten. Im Unterschied zur Krone umhüllen Inlay, Onlay und Dreiviertelkrone nicht den ganzen Zahn. Sie decken nur den Defekt ab, denn der Zahnarzt möchte den Zahn so substanzschonend wie möglich heilen.

Die zahnärztliche Prävention: ein voller Erfolg

Erfreulich ist, dass sich die Zahn- und Mundgesundheit seit Jahrzehnten stetig verbessert. Dieses Ergebnis einer erfolgreichen zahnärztlichen Prävention beweisen seit 1989 die Deutschen Mundgesundheitsstudien (DMS).

  

Auch im internationalen Vergleich ist die zahnmedizinische Versorgung in Deutschland vorbildlich: Kinder freuen sich hierzulande über die gesündesten Zähne, Erwachsene haben immer mehr naturgesunde Zähne und Senioren leiden nur noch selten unter völliger Zahnlosigkeit – ein Ergebnis von regelmäßig wahrgenommener Prophylaxe, Aufklärung und verbesserter Mundhygiene.

Text: Dr. Harald Holzer / Dr. Susanne Schorr; Bild Startseite und diese Seite: Adobe Stock / lenets_tan

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