„Volkskrankheit“ Parodontitis

Zahnverlust droht

Am 12. Mai wird alljährlich der Europäische Tag der Parodontologie begangen. Parodontologie ist ein Teilbereich der Zahnmedizin, bei dem die Bekämpfung der Parodontitis, einer Entzündung des Zahnhalteapparates, im Mittelpunkt steht. Ähnlich wie Karies ist auch die Parodontitis, umgangssprachlich Parodontose genannt, eine „Volkskrankheit“ und weltweit verbreitet. Sie entwickelt sich aus einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis). Die Gingivitis wird durch Beläge auf den Zähnen und in den Zahnzwischenräumen verursacht. Wird sie nicht behandelt, kann die Entzündung in tieferes Gewebe vordringen und eine Parodontitis entsteht, die Gewebe und Knochen des Zahnhalteapparats zerstört. Am Ende steht der Zahnverlust. In Deutschland ist die Zahl der Menschen mit einer Parodontalerkrankung in Deutschland zwar insgesamt rückläufig. Im Rahmen der aktuellen Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS) – der einzigen bundesweit repräsentativen Studie zur Mundgesundheit – wurde jedoch festgestellt, dass hierzulande jeder zweite Erwachsene und fast zwei von drei jüngeren Senioren an Parodontitis leiden.

Vorsorge alle zwei Jahre Kassenleistung

Daher ist es für gesetzlich versicherte Patienten gut zu wissen, dass ihre Krankenkasse alle zwei Jahre die Kosten für die Parodontitis-Vorsorge übernimmt. Bei einer Parodontitis-Vorsorgeuntersuchung wird das zahnumgebende Gewebe vom Zahnarzt mittels der Methode des Parodontal Screening Index (PSI) gründlich untersucht. Auf diese Weise können vorhandene Entzündungen entdeckt werden. Der Zahnarzt tastet dabei mit einer Sonde das Gewebe zwischen Zähnen und Zahnfleisch ab, misst die Tiefe der Zahnfleischtaschen und achtet auf mögliche Blutungen. Die bei der Untersuchung gemessenen Werte machen den Parodontal Screening Index (PSI) aus, mit dessen Hilfe der Zahnarzt eine mögliche Parodontitis erkennen kann. Bei Zahnfleischentzündungen und Parodontitis sollte eine Parodontalbehandlung erfolgen.

Gesundes Zahnfleisch braucht regelmäßig Pflege

Gesunde Zähne und gesundes Zahnfleisch brauchen regelmäßig viel Pflege. Wer die Mundhygiene vernachlässigt, riskiert neben der Entstehung von Karies ebenso Zahnfleischentzündungen und in der Folge Parodontitis und Zahnverlust. Zahnfleischentzündungen und Parodontitis können auch der Allgemeingesundheit erheblichen Schaden zufügen. Wissenschaftliche Studien haben Zusammenhänge zwischen parodontalen Erkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Mellitus, rheumatischen Erkrankungen und Erkrankungen der Lunge nachgewiesen. 

Bild Startseite und diese Seite: Fotolia / Maksymiv Iurii

Auf das Zahnfleisch achten!

Folgende Alarmzeichen können auf eine Zahnfleischentzündung oder Parodontitis hinweisen. Treten Sie bei Ihnen in Erscheinung, sollten Sie umgehend den Zahnarzt aufsuchen:
   

  • Blutungen, Rötungen und Schwellungen des Zahnfleisches,
  • Berührungsempfindlichkeit des Zahnfleisches,
  • Mundgeruch,
  • Eiterbildung am Zahnfleischrand,
  • Zahnfleischrückgang,
  • Zahnlockerungen.

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