Mundgesundheit in den Wechseljahren

Umstellung des Hormonhaushalts

Hormonelle Schwankungen können sich während der Wechseljahre schädlich auf die Mundgesundheit auswirken. Dann müssen Frauen wegen der Umstellung ihres Hormonhaushalts nicht nur mit plötzlichen Hitzewallungen, nächtlichen Schweißausbrüchen, Kopfschmerzen sowie Stimmungsschwankungen und Niedergeschlagenheit rechnen, sondern auch mit einer hormonell bedingten Entzündung des Zahnfleisches (Gingivitis), im schlimmsten Fall sogar mit einer Erkrankung des Zahnhalteapparates (Parodontitis). Außerdem wird bei Frauen in diesem Alter die Mundschleimhaut dünner und auch trockener. So kann es sein, dass der Druck einer Zahnprothese nicht mehr ausreichend „abgefedert“ wird und bei Trägerinnen von Zahnprothesen schmerzhafte Druckstellen entstehen.

Symptome einer hormonellen Gingivitis

Bei einer hormonell bedingten Gingivitis schwillt das Zahnfleisch an, ist oft gerötet und schmerzt bei Berührung. Außerdem fangen die betroffenen Stellen schnell an zu bluten. Gefährlich ist auch, dass entzündetes Zahnfleisch viel durchlässiger für Bakterien und deren Stoffwechselprodukte ist. Um Schmerzen und Blutungen zu vermeiden, begehen die meisten Frauen dann den Fehler, die entzündeten Stellen beim Zähneputzen zu umgehen bzw. sich die Zähne seltener und weniger gründlich zu putzen. Die Folge: Es bilden sich Zahnbeläge, die wiederum zu Entzündungen des Zahnfleischs und auch zu Zahnerkrankungen wie Karies führen, ein „Teufelskreislauf“ also.

Auch Kieferknochen können betroffen sein

Durch die hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren können nicht nur Zahnfleisch und Zähne, sondern auch die Kieferknochen in Mitleidenschaft gezogen werden. Das Sinken des Östrogenspiegels führt zu einer abnehmenden Knochendichte (Osteopenie). Davon sind auch die Knochen des Kiefers betroffen. Letztendlich kann die schwindende Knochendichte einen Knochenschwund (Osteoporose) verursachen. Kommt ein Vitamin-D-Mangel hinzu, besteht die Gefahr, dass Zähne ihren Halt verlieren und ausfallen.

Regelmäßig zum Zahnarzt gehen

Frauen im Alter zwischen etwa 49 und 54 Jahren haben aber gute Chancen, sich ihre Mund- und Zahngesundheit auch über die Wechseljahre hinaus zu erhalten. Ein unbedingtes Muss ist dabei die Wahrnehmung der halbjährlichen Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt. Bei Anzeichen einer Zahnfleischentzündung oder anderen Problemen im Mund- und Zahnbereich sollte sofort der Zahnarzt aufgesucht werden.

Sorgfältige Zahnpflege beugt vor

Darüber hinaus ist eine regelmäßige und sorgfältige Mund- und Zahnhygiene das A und O, damit Mund und Zähne langfristig gesund bleiben. Auch und gerade dann, wenn sich das Zahnfleisch entzündet hat, ist gründliches Zähneputzen angesagt. Das darf die entzündeten Stellen keinesfalls aussparen – auch wenn es mal wehtut. Eventuell kann in Absprache mit dem Zahnarzt eine Mundspülung eingesetzt werden. Nicht vergessen werden darf die regelmäßige und sorgfältige Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten und der Zunge mit einem Zungenreiniger – der Zahnarzt zeigt gerne, wie es geht. Eine gute Mundhygiene lässt Zahnfleischentzündungen nach ein paar Wochen wieder abklingen und beugt neuen Entzündungen vor. Ergänzend zur häuslichen Zahnpflege bieten die meisten Zahnarztpraxen eine sogenannte Professionelle Zahnreinigung (PZR) an, die vom Praxisteam durchgeführt wird. Zur Professionellen Zahnreinigung gehören unter anderem die Entfernung der weichen und harten Beläge und die intensive Reinigung der Zahnoberflächen und Zahnzwischenräume. Auch die Entfernung von hartnäckigen Verfärbungen und die Politur aller Zahnflächen, um die erneute Ansiedelung von Keimen zu hemmen, sowie eine Fluoridierung der Zähne stehen auf ihrem Programm. Den Abschluss bildet eine individuelle Beratung zum Thema Mundhygiene. Dabei werden den Patientinnen und Patienten die Techniken einer optimalen Zahnpflege erklärt.

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