Karies bei Kindern kann gravierende Folgen haben

Hohes Risiko für spätere Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Erkranken Kinder an Karies, sollten Eltern das nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern immer gleich den Zahnarzt aufsuchen, der die Infektion aufhalten und den Schaden am Zahn beheben kann. Wichtig ist auch die Teilnahme an der zahnärztlichen Zahnvorsorge (auch Prophylaxe genannt, siehe Infokasten unten). Denn Zahnerkrankungen und ebenso Erkrankungen von Zahnfleisch (Zahnfleischentzündung) und Zahnbett (Parodontitis) können gravierende Auswirkungen für die Gesundheit des ganzen Körpers haben. Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass für Kinder, die an Karies und Zahnfleischentzündung leiden, ein stark erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Erwachsenenalter besteht.

Das zeigt eine Studie, bei der rund 800 Kinder ab einem Alter von acht Jahren über Jahrzehnte hinweg beobachtet wurden. Als Anzeichen für eine Erkrankung im Mundbereich wurde bei den Kindern vor allem auf Karies, Zahnfleischbluten und Zahnfleischtaschen geachtet. Bei den inzwischen erwachsenen Studienteilnehmern schauten sich die Wissenschaftler sodann die Blutdruck-, BMI-, Glukose- und Cholesterin-Werte an. Gegen Ende der Studie stellte sich heraus, dass das Risiko, an Arteriosklerose und damit gegebenenfalls auch an einem Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erkranken, bei den Studienteilnehmern, die als Kind an einer Erkrankung im Mundbereich gelitten haben, zwischen 87 und 95 % Prozent erhöht war. Verantwortungsvollen Eltern sollte also die Mundgesundheit ihrer Kinder unbedingt am Herzen liegen!

TV-Konsum: zuckerhaltige Snacks fördern Karies

Eine weitere Studie hat ans Licht gebracht, dass zu viel TV-Konsum das Kariesrisiko bei Kindern erhöhen kann. Der Grund dafür liegt eigentlich auf der Hand: Beim Fernsehen auf dem gemütlichen Sofa daheim greift Groß und Klein nur allzu gerne zu Popcorn, Schokolade und anderen kariesfördernden Leckereien. Das kann gerade für Kinderzähne schlimme Folgen haben, wie eine Befragung nachgewiesen hat, an der die sechsten und siebten Klassen von insgesamt zehn Schulen teilgenommen haben. Zusätzlich wurde eine große Zahl der zwischen 10 und 12 Jahre alten Schüler eingehend zahnärztlich untersucht.

Die Ergebnisse von Befragung und Untersuchung belegen, dass regelmäßiger Fernsehkonsum mit gleichzeitigem Verzehr von zuckerhaltigen Snacks zu einem erhöhten Auftreten von Karies führt. Kinder, die mehr als 90 Minuten täglich fernsehen, nehmen viel häufiger kariesfördernde Lebensmittel zu sich als andere Kinder. Ihr Kariesrisiko ist daher um ganze 39 Prozent höher als das derjenigen Kinder, die weniger Zeit vor dem Fernseher verbringen. Mehr als die Hälfte der Kinder mit hohem TV-Konsum weisen bereits Kariesschäden auf. Leider sind auch manche Eltern daran nicht ganz unschuldig, weil sie sich von der TV-Werbung zum Kauf genau der zuckerhaltigen Snacks verleiten lassen, die in den Werbespots angepriesen werden – geradezu ein Teufelskreis. Eltern sollten daher darauf achten, dass ihre Kinder nicht zu ausgiebig fernsehen und ihnen zahngesunde Snacks anbieten. Das können z. B. knackige Obst- oder Gemüsestückchen und ungesalzene Nüsse sein. Auch ein gesunder Dipp aus Joghurt oder Quark mit frischen Kräutern ist schnell zubereitet.

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Gesetzliche Prophylaxe für Kinder

Für Kinder zwischen dem 6. und dem vollendeten 33. Lebensmonat besteht ein gesetzlicher Anspruch auf drei zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen einschließlich Beratung der Eltern und Anleitung für die tägliche Zahnpflege des Kindes. Außerdem übernehmen die gesetzlichen Kassen für Kinder in diesem Alter zweimal im Kalenderhalbjahr das Auftragen von Fluoridlack zur Zahnschmelzhärtung. Bis zum vollendeten 6. Lebensjahr können drei weitere zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch genommen werden.

   

Für Kinder und Jugendliche ab einem Alter von sechs Jahren bis zum vollendeten 18. Lebensjahr sieht der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen zwei Vorsorgeuntersuchungen pro Jahr vor.

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