Die ersten Zähnchen

Zahnen kann anstrengend für Babys und Eltern sein

Auch wenn viele unangenehme Symptome wie unruhiger Schlaf, Durchfall oder Appetitlosigkeit mit dem Zahnen in Zusammenhang gebracht werden: Beim Zahnen handelt es sich nicht um eine Erkrankung, sondern um eine Entwicklungsstufe des Babys. Ernsthaft krank werden die Kleinen davon nicht, auch wenn es für das Baby schmerzhaft werden kann. Noch im 19. Jahrhundert galt das Zahnen auch in den Augen von Medizinern als Ursache vieler Krankheitssymptome. Teilweise wird auch heute noch angenommen, dass der Durchbruch der ersten Zähne das Baby schwächt und kränkeln lässt. Die moderne Zahnmedizin kann betroffene Eltern jedoch beruhigen. Experten wissen, dass Infekte im ersten Lebensjahr häufig vorkommen und die Zähne damit oft gar nichts zu tun haben. Vielmehr ist das Zusammentreffen des Durchbruchs des ersten Zähnchens, das in der Regel im sechsten Lebensmonat erfolgt, mit dem verstärkten Auftreten fieberhafter Infekte darauf zurückzuführen, dass zu dieser Zeit die meisten Babys bereits abgestillt worden und nicht mehr durch die mit der Muttermilch aufgenommenen Antikörper geschützt sind. Aus diesem Grund erkranken die Kleinen leichter als bisher. Fieberhafte Infekte werden daher häufig zu Unrecht mit dem Zahnen in Verbindung gebracht.

Schon vor der Geburt sind 20 kleine Milchzähne im Mund des Babys angelegt und warten darauf, in die Höhe zu wachsen. Bei manchen Babys zeigen sich die ersten Zähnchen schon im Alter von wenigen Wochen. Meist bricht der erste Zahn jedoch erst in der zweiten Hälfte des ersten Lebensjahres durch. Danach gesellt sich im Schnitt jeden Monat ein weiterer dazu. Dieser Prozess des Zahnens verläuft bei vielen Kindern völlig problemlos, ohne dass die Eltern es groß bemerken. Bei anderen Kindern scheint sich das Zahnen demgegenüber sehr lange hinzuziehen. Wichtig ist zu wissen, dass vor dem Durchbruch der Zähne die Kauleiste gerötet und geschwollen sein kann, da der Zahn am Zahnfleisch drückt und spannt. Dies kann sehr unangenehm und mit bei den Kleinen zu Symptomen wie Beißen, Zahnfleischreiben, Ohrreiben, starkem Speicheln, erhöhter Erregbarkeit, häufigem Aufwachen, vermehrtem Saugen, Hautausschlägen im Gesicht, vermindertem Appetit auf feste Nahrung und leichtem Fieber führen. Bei Symptomen dieser Art sollten Eltern diese genau beobachten. Tatsächlich kann auch eine Mittelohrentzündung oder ein Blaseninfekt diese Erscheinungen hervorrufen. Haben die Kinder länger als einen Tag Fieber oder wirken plötzlich sehr unruhig und krank, sollten die Eltern auf jeden Fall den Kinderarzt konsultieren.

Hilfsmittel für das Zahnen

Damit Eltern sich in dieser schwierigen Phase ihres Kindes zu helfen wissen, können sie auf eine Reihe von Hilfsmitteln zurückgreifen. Sie müssen dabei ausprobieren, wie dem Druck und dem Juckreiz am Zahndamm für ihr Baby am besten entgegengewirkt werden kann, denn jedes Baby reagiert anders. Bekommt der Nachwuchs bereits Beikost, können oft ein Stück hartes Brot, oder ein kühlendes Stück Apfel, Fenchel, Möhre oder Kohlrabi aus dem Kühlschrank helfen, das die Kleinen beschäftigt und den Druck lindert. Wegen der Gefahr des Verschluckens sollten solche Stücke Gemüse oder Obst nur im Beisein der Eltern und während das Kind sitzt gegeben werden. Da aber hierin enthaltener Zucker beziehungsweise vorhandene Stärke Karies fördern, sollte das Kind, sobald es den ersten Zahn hat, nicht ständig auf diesen Lebensmitteln kauen. Auch spezielle Beißringe, kalte Waschhandschuhe oder eine sanfte Massage der Zahnleiste können sich positiv auswirken. Insbesondere Beißringe mit Noppen, die den Kiefer massieren, oder solche mit einem Kühlteil tun gut. Der Beißring muss, das ist gesetzlich vorgeschrieben, frei von Weichmachern sein. Außerdem darf die Kühlflüssigkeit keine Gifte enthalten. Zum Kühlen ist jedes Hilfsmittel nur in den Kühlschrank und nicht ins Gefrierfach zu legen, denn sonst kann es am Kiefer oder an den Lippen festfrieren.

Sehr gut soll Veilchenwurzel bei Zahnungsbeschwerden helfen, da sie keine Karies auslöst und beim Kauen schmerzlindernde Inhaltsstoffe abgibt. Wird die Wurzel regelmäßig zur Reinigung für kurze Zeit in kochendes Wasser gehalten, ist ihr Einsatz hygienisch unbedenklich. Ebenfalls schmerzlindernd wirkt lauwarmer Salbeitee. Außerdem kann die schmerzende Stelle mit abgekühltem Salbeitee betupft werden, beispielsweise mit einem frischen Baumwoll-Läppchen. Bei Wattestäbchen besteht die Gefahr, dass sich der Wattekegel löst und dann vom Baby verschluckt oder eingeatmet wird. Nicht zuletzt können auch Zahngels mit Kamille und Lokalanästhetika zum Einsatz kommen und zumindest kurzfristig Erleichterung verschaffen. Auch Ablenkung zum Beispiel durch Spielen, Spazierenfahren und Auf-dem-Arm-getragen-Werden wirkt oft Wunder. Neben elterlicher Zuwendung ist es sehr hilfreich, wenn die Eltern in dieser Phase Ruhe und Zuversicht bewahren und so beruhigend auf ihr Kind einwirken.

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