Test: Ist Ihr Zahnfleisch fit?

Werden Erkrankungen des Zahnfleischs früh erkannt, bestehen gute Chancen auf eine vollständige Heilung. Hier können Sie überprüfen, ob Sie unter einer Zahnfleischentzündung oder gar an einer Entzündung des Zahnbetts leiden.

Eine junge Frau hält ein Stück grauer Pappe mit der farbigen Zeichnung eines geöffneten Munds mit gerötetem Zahnfleisch vor ihr Gesicht. Das Zahnfleisch ist teilweise zurückgegangen, so dass einige Zähne länger aussehen als andere. Hier liegt bereits eine Parodontitis vor. © eddows – stock.adobe.com

Parodontitis ist Volkskrankheit

In Deutschland leidet jeder zweite Erwachsene unter Entzündungen von Zahnfleisch (Gingivitis) und Zahnbett bzw. Zahnhalteapparat (Parodontitis). Etwa 12 Millionen Menschen sind sogar von einer schweren Form der Parodontitis betroffen, die damit zu Recht als „Volkskrankheit“ gilt. Eine Parodontitis führt mit zunehmendem Lebensalter bei Erwachsenen und Senioren sogar häufiger zum Zahnverlust als eine Karieserkrankung.

Machen Sie einen Selbsttest!

Wenn Sie wissen möchten, ob Sie an einer Zahnfleischentzündung oder an Parodontitis leiden, können Sie einen Selbsttest durchführen, der einen ersten Aufschluss geben kann.

Selbsttest für Gingivitis und Parodontitis
  • Haben Sie andauernd schlechten Atem oder einen unangenehmen Geschmack im Mund?
  • Ist Ihr Zahnfleisch rot, geschwollen oder empfindlich?
  • Blutet Ihr Zahnfleisch während des Putzens oder Reinigens der Zähne?
  • Blutet Ihr Zahnfleisch sogar bei leichter Berührung?
  • Hat sich Ihr Zahnfleisch von den Zähnen gelöst oder zurückgezogen und bildet Taschen?
  • Tritt Eiter aus den Zwischenräumen Ihrer Zähne und Ihrem Zahnfleisch aus?
  • Wirken Ihre Zähne länger, weil sich Ihr Zahnfleisch zurückgezogen hat? 

Konnten Sie alle Fragen mit Nein beantworten? Glückwunsch, Ihr Zahnfleisch ist gesund! Wenn Sie mindestens eine Frage mit Ja beantwortet haben: Sie haben ein erhöhtes Risiko für eine Gingivitis oder Parodontitis. Wer mehrfach mit Ja antworten muss, sollte so schnell wie möglich seine Zahnärztin oder seinen Zahnarzt aufsuchen!

Zahnarztinnen und Zahnärzte haben als Experten für Erkrankungen der Mundhöhle stets auch den Zustand von Zahnfleisch und Zahnhalteapparat im Blick. Erkennen sie eine Zahnfleischerkrankung, untersuchen sie Zahnfleisch und Zahnbett ganz genau und dokumentieren die Ergebnisse. Um den Schweregrad der Erkrankung festzustellen, wird mit einem speziellen Instrument die Tiefe der Zahnfleischtaschen gemessen, außerdem werden Röntgenaufnahmen ausgewertet. Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt wird Sie auch nach Allgemeinerkrankungen fragen – insbesondere nach Diabetes – und sich nach Ihrem Rauchverhalten und Medikamenten erkundigen.

Ist eine Behandlung notwendig, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen seit dem 1. Juli 2021 die Kosten für eine Therapie auf dem aktuellen Stand der zahnmedizinischen Wissenschaft. Eine Parodontitis-Behandlung muss dabei vor Beginn bei der gesetzlichen Krankenkasse beantragt werden, bei der Sie als Patientin oder Patient Mitglied sind.

   

Gefährlich nicht nur im Mund!

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Zahnfleisch- und Zahnbettentzündungen nicht nur die Zähne gefährden, sondern eine Gefahr für die gesamte Gesundheit darstellen. Parodontitisbakterien können aus der Mundhöhle über die Blutbahn auch an andere Stellen des Körpers gelangen. Zum Beispiel

  • begünstigen sie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinfarkte und Schlaganfälle und
  • lebensbedrohliche Verläufe von Infektionskrankheiten,
  • erhöhen das Risiko einer Frühgeburt sowie das Infektionsrisiko bei künstlichen Herzklappen und Gelenken und
  • erschweren eine erfolgreiche medikamentöse Behandlung von Diabetes 2.

Das kann Ihr Zahnarzt tun

Themenseite Parodontalbehandlung

Sie möchten wissen, wie Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt Ihnen bei einer Parodontitiserkrankung helfen können? Erfahren Sie hier auf unseren Seiten alles Wissenswerte zur modernen Parodontalbehandlung.

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