Erste Hilfe bei Zahnunfällen
Beim Feiern an Karneval kann so einiges passieren: So mancher ist schon vom Festwagen gestürzt, mit Schwung geworfene Kamellen können Karnevalsfans an empfindlichen Stellen treffen, stürzt ein Jeck mit der Bier- oder Sektflasche am Mund, kann er sich leicht einen Zahn ausschlagen. Unmittelbar nach einem Unfall ist natürlich der Schreck groß. Trotz Angst und Schmerzen gilt es jedoch, einen klaren Kopf zu bewahren, Maßnahmen zur Ersthilfe zu ergreifen und möglichst rasch einen Zahnarzt aufzusuchen. Wie Zahnmediziner empfehlen, sollte man bei Blutungen im Mund leicht auf ein Stofftaschentuch beißen. Ist ein Zahn abgebrochen oder ausgeschlagen worden, hat es oberste Priorität, den Zahn bzw. das Zahnstück zu finden und zu konservieren. Wichtig dabei ist: Niemals die Zahnwurzel, sondern nur die Zahnkrone anfassen, da sich auf der Wurzel lebende Zellen befinden. Der Zahn darf auf keinen Fall abgewaschen werden.
Zahn oder Zahnteil feucht halten
Zähne bzw. Zahnbruchteile müssen feucht gehalten werden. Ausgeschlagene Zähne trocknen ungeschützt innerhalb weniger Minuten aus. Das führt dazu, dass die Zellen an der Wurzeloberfläche absterben und ein Zahn bei dem Versuch, ihn wieder einzupflanzen, nicht mehr einheilen kann. Konservieren lassen sich Zähne oder Zahnstücke am längsten in einer sogenannten Zahnrettungsbox, die eine spezielle Zellnährlösung enthält – und zwar für mindestens 24 Stunden. Die Box gibt es beim Zahnarzt oder in der Apotheke. Hat man keine Zahnrettungsbox bei sich, ist Improvisationsgeschick gefragt. Ein bis zwei Stunden lässt sich ein Zahn oder das Bruchstück eines Zahns in einem Glas kalter H-Milch aufbewahren. Auf keinen Fall sollte man den Zahn bzw. den Zahnteil in Wasser oder ein feuchtes Tuch legen. In den Mund nehmen ist ebenfalls nicht ratsam. Allenfalls kann man den Zahn oder das Zahnbruchstück in Frischhaltefolie einwickeln.
So schnell wie möglich zum Zahnarzt
Bei den Konservierungsalternativen mit Milch oder Frischhaltefolie ist zu beachten, dass die mögliche Lagerungsdauer im Vergleich zur Zahnrettungsbox deutlich geringer ausfällt. Sie können das kontinuierliche Absterben der Zellen nur für kurze Zeit verzögern und sollten schnellstmöglich gegen eine Zahnrettungsbox ausgetauscht werden. Nachdem geeignete Maßnahmen für eine Konservierung getroffen wurden, ist umgehend eine Zahnarztpraxis oder eine Zahnklinik aufzusuchen! Der Notfall sollte telefonisch angekündigt werden. Schildern Sie, was passiert ist, wie, wann und wo der Unfall genau stattgefunden hat, ob Milch- oder bleibende Zähne betroffen sind und vielleicht auch Weichteile wie Wangen, Nase, Lippen, Zunge oder das Zahnfleisch verletzt wurden. Zudem können auch Oberkiefer, Unterkiefer oder die Kiefergelenke in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Der sofortige Besuch beim Zahnarzt ist auch dann anzuraten, wenn bei einem Unfall auf den ersten Blick kein Zahn verletzt zu sein scheint, denn es können Folgeschäden auftreten, beispielsweise an der Zahnwurzel. Gelangt der Zahn schnell und geschützt genug zum Zahnarzt, so dass die die Wurzelhaut erhalten bleibt, kann der Zahnarzt den Zahn wieder einpflanzen. Abgebrochene Teile können mit einem Spezialkunststoff wieder angeklebt werden. Nach der Versorgung in der Zahnarztpraxis oder Zahnklinik kommt möglicherweise ein Antibiotikum zum Einsatz. Gegebenenfalls sollte der Tetanusschutz aufgefrischt werden.
Generell ist es also für jeden feiernden Karnevalsfan durchaus sinnvoll, eine Zahnrettungsbox oder andere brauchbare Utensilien zur Zahnrettung im Rucksack oder in einer Tasche griffbereit dabei zu haben. Der kluge Jeck sorgt eben vor!
Erste-Hilfe-Website bei Zahnunfällen
www.rette-deinen-zahn.de
Eine zahnmedizinische Fachgesellschaft für Wurzelbehandlung und zahnärztliche Traumatologie, kurz DGET, hat die Webseite „Rette deinen Zahn“ ins Leben gerufen, die in übersichtlicher Weise alle wichtigen Schritte aufzeigt, welche für eine Zahnrettung erforderlich sind. In nur wenigen Klicks stößt man auf Empfehlungen zum richtigen Verhalten bei Zahnunfällen.
Die Website will Patienten und Patientinnen in die Lage versetzen, durch ein entschlossenes und umsichtiges Handeln dauerhafte Zahnschäden und Zahnverlust nach einem Zahnunfall zu verhindern. Als Einstieg dienen Piktogramme, die verschiedene Unfallmöglichkeiten abbilden und die Nutzer der Website zielgerichtet zu weiterführenden Seiten mit aussagekräftigen Bildern und leicht verständlichen Verhaltensempfehlungen lenken.