Keine seltene Erkrankung
Bei der Leukoplakie, die auch unter dem Namen Weißschwielenkrankheit bekannt ist, handelt sich um eine krankhafte Veränderung der Mund- oder Rachenschleimhaut, die sich nicht abwischen lässt. Die oberste Schicht der Schleimhaut nimmt dabei eine hellweiße Farbe an und verdickt sich. Die weißen Stellen können dabei eine Größe von nur wenigen Millimetern, aber auch einen Durchmesser von bis zu drei Zentimetern haben.
Nach Schätzungen sind bis zu drei Prozent der Bevölkerung von dieser Krankheit betroffen, die damit gar nicht mal so selten ist. Die weißen Flecken werden meist nur zufällig entdeckt. Ein Grund dafür ist sicher, dass Leukoplakien in der Regel keine Beschwerden verursachen. Die Weißschwielenkrankheit tritt dabei am häufigsten bei männlichen Rauchern über 40 Jahren auf. Generell steigert chronischer Tabak- und Alkoholkonsum, vor allem, wenn beides kombiniert wird, aber auch mangelnde Mundhygiene und eine Ernährung, der es an Vitamin A und C sowie Beta-Karotin, Riboflavin, Zink und Selen mangelt, das Risiko, an einer Leukoplakie zu erkranken. Darüber hinaus stellen insbesondere mechanische Reize eine Gefahr für die Mund- oder Rachenschleimhaut dar. So kann diese zum Beispiel durch schlecht sitzende Gebisse oder Zahnspangen, durch mahlende Zähne, die über die Schleimhaut reiben, oder durch permanentes Kauen an der Wange kleinste Verletzungen erleiden, aus denen dann Leukoplakien entstehen.
Diagnosestellung in der Zahnarztpraxis
Sitzen bei Ihnen also Zahnersatz oder Zahnspange schlecht, sind Sie von nächtlichem Zähneknirschen oder Verletzungen im Mundhöhlenbereich betroffen, die durch ein Scheuern der Zähne an der empfindlichen Schleimhaut entstanden sind, wenden Sie sich bitte an eine Zahnarztpraxis. Ihr Zahnarzt oder Ihre Zahnärztin können Sie vorbeugend auf Leukoplakien hin untersuchen oder bei einer bereits bestehenden Leukoplakie-Erkrankung eine Behandlung einleiten. Die Früherkennung in der Zahnarztpraxis ist sehr wichtig. Denn die weißen Flecken gelten als die häufigste Krebsvorstufe (Präkanzerose) in der Mundhöhle. Bestimmte bösartige Veränderungen der betroffenen Mundschleimhautzellen sind ein charakteristisches Zeichen für Mundhöhlenkrebs. Werden sie nachgewiesen, gilt es, die betroffenen Bereiche der Schleimhaut so schnell wie möglich operativ zu entfernen. Ein Mundhöhlenkrebs wird bei etwa zehn Prozent der Leukoplakien diagnostiziert. Bei weißen Flecken der Schleimhaut im Mund- und Rachenbereich, bei denen keine bösartigen Zellveränderungen festzustellen sind, ist es meist hilfreich, die auslösenden Faktoren auszuschalten, also das drückende Gebiss oder die schlecht sitzende Zahnspange beim Zahnarzt auswechseln zu lassen, nicht mehr zu rauchen oder übermäßig zu trinken, eine sorgfältige Mund- und Zahnpflege zu betreiben und sich gesund und ausgewogen zu ernähren. Die weißen Flecken verschwinden dann in den meisten Fällen innerhalb weniger Wochen von selbst. Sind jedoch schon einmal Leukoplakien aufgetreten, sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen erforderlich, um Neubildungen rechtzeitig zu erkennen.