Mundgesundheit

Vorsicht bei weißen Flecken im Mund

Bei hellen Flecken im Mund- und Rachenraum kann es sich um Leukoplakien handeln, die im schlimmsten Fall zu Mundhöhlenkrebs führen. Neben Rauchen, chronischem Alkoholkonsum und mangelnder Mundhygiene können auch schlecht sitzende Gebisse oder Zahnspangen, mahlende Zähne oder ständiges Kauen an der Wange Leukoplakien auslösen. Am häufigsten sind männliche Raucher über 40 Jahre betroffen.
Von Susanne Krieger
Erstellt am 31.03.2025
Ein Mann im Alter von Ende dreißig oder Anfang vierzig vor orangefarbenem Hintergrund hält sich die Wange. © Anton Tolmachov – stock.adobe.com

Bis zu drei Prozent der Bevölkerung erkrankt

Mit Ausnahme der Farbe hat die Leukoplakie (Weißschwielenkrankheit) nichts mit dem einfachen Zungenbelag zu tun, der als Vorzeichen und lästiger Begleiter einer schmerzhaften Halsinfektion auftritt. Es handelt sich vielmehr um eine krankhafte Veränderung der Schleimhaut, die sich nicht abwischen lässt. Die oberste Schicht der Mund- oder Rachenschleimhaut nimmt dabei eine hellweiße Farbe an und verdickt sich. Die betroffenen Areale reichten von kleinen Flecken im Umfang von wenigen Millimetern bis zu größeren Bereichen von bis zu drei Zentimetern Durchmesser.

Nach Schätzungen tragen bis zu drei Prozent der Bevölkerung die weißen Flecken im Mund, die Leukoplakie gilt damit als relativ häufige Erkrankung. Dennoch werden die meisten Fälle erst durch Zufall entdeckt. Ein Grund dafür ist sicher, dass Leukoplakien in der Regel keine weiteren Beschwerden verursachen. Am häufigsten trifft die Weißschwielenkrankheit bei männlichen Rauchern über 40 Jahre auf. Generell steigert chronischer Tabak- und Alkoholkonsum, vor allem, wenn beides kombiniert wird, aber auch mangelnde Mundhygiene und eine Ernährung, der es an Vitamin A und C sowie Beta-Karotin, Riboflavin, Zink und Selen mangelt, das Risiko, an einer Leukoplakie zu erkranken. Häufig wird die Erkrankung allerdings auch durch mechanische Reize ausgelöst. Schlecht sitzende Gebisse oder Zahnspangen, mahlende Zähne oder ständiges Kauen an der Wange rufen winzige Verletzungen der Schleimhäute hervor, aus denen Leukoplakien entstehen können. Hier genügt es schon, wenn Zähne permanent über eine Stelle in der Mundhöhle reiben. Sitzen bei Ihnen also Zahnersatz oder Zahnspange schlecht, sind Sie von nächtlichem Zähneknirschen oder Verletzungen im Mundhöhlenbereich betroffen, die durch ein Scheuern der Zähne entstanden sind, wenden Sie sich an Ihren Zahnarzt, der hier Abhilfe schaffen und Sie vorbeugend auf Leukoplakien hin untersuchen kann.

Häufigste Krebsvorstufe im Mundbereich

Denn die weißen Flecken gelten als die häufigste Krebsvorstufe (Präkanzerose) in der Mundhöhle. Bestimmte bösartige Veränderungen der betroffenen Mundschleimhautzellen sind ein charakteristisches Vorzeichen für Mundhöhlenkrebs. Die von Leukoplakie betroffenen Schleimhautbereiche müssen daher in aller Regel möglichst schnell operativ entfernt werden, sobald bösartige Zellveränderungen nachgewiesen sind, was in etwa zehn Prozent der Fälle notwendig ist. Bei den harmlosen Varianten reicht es dagegen zumeist aus, die Reizquelle auszuschalten, also das drückende Gebiss oder die schlecht sitzende Zahnspange beim Zahnarzt auswechseln zu lassen, nicht mehr zu rauchen oder übermäßig zu trinken, eine sorgfältige Mund- und Zahnpflege zu betreiben und sich gesund und ausgewogen zu ernähren. Dann verschwinden die weißen Flecken in den meisten Fällen innerhalb weniger Wochen. Danach ist jedoch immer noch Vorsicht geboten, denn Leukoplakien besitzen die unangenehme Eigenschaft, jederzeit neue Herde bilden zu können. Eine regelmäßige ärztliche Kontrolle ist deshalb unbedingt geboten.

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