Angebliche Geldforderungen von bekannten Kontakten
„Ich bin gerade beim Zahnarzt und benötige dringend eine Behandlung, aber meine Karte funktioniert nicht und ich muss eine Rechnung bezahlen. Kannst du mir aushelfen?“ So oder ähnlich lauten die Forderungen der Kriminellen, die sich via WhatsApp wegen einer angeblichen Zahnarztbehandlung eine Geldzahlung erschleichen wollen. Es wird vorgegaukelt, dass ein Freund, jemand aus dem Bekanntenkreis oder ein Angehöriger gerade beim Zahnarzt ist, seine Versicherten- oder EC-Karte nicht funktioniert und er dringend Geld per Überweisung benötigt, damit er eine Behandlung bezahlen kann.
Besonders tückisch an der neuen Betrugsmasche ist, dass die Nachrichten teilweise in tatsächlich existierenden WhatsApp-Chats eingehen. Daher erscheint die Betrugsnachricht unter der Handynummer eines bekannten WhatsApp-Kontakts, dem der Empfänger oder die Empfängerin der Nachricht vertrauen. Weil Name, Profilbild und bisheriger Chatverlauf echt sind, ist der Betrug oft schwer auszumachen. Aufgedeckt wurde der dreiste Schwindel von einem Verbraucherschutzportal namens „mimikama“, das sich der Aufklärung von Internetmissbrauch verschrieben hat.
Legitime WhatsApp-Funktion ist Einfallstor
Hinter der Masche steckt der Missbrauch einer legitimen Funktion des Messenger-Dienstes, der WhatsApp-Geräteverknüpfung. Nutzer werden durch Vortäuschen falscher Tatsachen dazu gebracht, einen QR-Code zu scannen oder einen Verknüpfungscode zu aktivieren. Lassen sie sich darauf ein, wird das Gerät des Täters mit dem betreffenden WhatsApp-Konto verbunden. Die Kriminellen sind anschließend dazu in der Lage, Nachrichten an die Kontakte des gehackten Kontos zu versenden. Das Ganze kann nach einem Schneeball-System funktionieren. Zunächst wird an ein Konto zum Beispiel die Aufforderung, an einer angeblichen Online-Abstimmung teilzunehmen, verschickt. Zum Abschließen der Fake-Abstimmung wird eine WhatsApp-Autorisierung über einen Geräte-Verknüpfungscode oder einen QR-Code verlangt, der zur WhatsApp-Funktion „Verknüpfte Geräte“ führt. Über das kompromittierte Konto können dann an dessen Kontakte wiederum Nachrichten zu gefälschten Online-Abstimmungen verschickt werden, um weitere Kontakt- und Zugriffsmöglichkeiten zu erhalten.
So können Nutzer sich schützen
Bei Geldforderungen aller Art, die über digitale Kanäle, telefonisch oder postalisch eingehen, gilt als wichtigste Maxime, niemals leichtgläubig eine Überweisung vorzunehmen, sondern gerade auch bei angeblichen Nachrichten von Freunden, Bekannten oder Familienmitgliedern erst genau zu überprüfen, ob diese tatsächlich die Absender sind oder angerufen haben. Bei WhatsApp bietet außerdem die Zwei-Faktor-Authentifizierung Schutz. Sie kann in den App-Einstellungen aktiviert werden. Hier lässt sich außerdem die Option einschränken, von fremden Personen zu Gruppen hinzugefügt zu werden.
Perfider Trickbetrug auf WhatsApp
Geldforderungen wegen angeblicher Zahnarztbehandlungen
Zur Warnung des Verbraucherschutzportals „mimikama“ mit ausführlichen Erläuterungen zur aktuellen WhatsApp-Betrugsmasche gelangen Sie unter nachfolgendem Link.