Zähneknirschen bei kleinen Kindern häufig
Manchmal verhält es sich auch andersherum: Kinderärzten ist bekannt, dass kleine Patientinnen und Patienten mit Schmerzen dazu neigen, nachts mit den Zähnen zu knirschen. Eltern können sich an den Kinderarzt oder die Kinderärztin wenden, um abzuklären, ob Ohrenschmerzen oder andere Schmerzempfindungen Ursache oder Folge des Zähneknirschens ihrer Kinder sind. Tatsächlich ist das nächtliche Knirschen mit den Zähnen, in der medizinischen Fachsprache Bruxismus genannt, bei Kindern unter fünf Jahren ein häufiges Phänomen. Viele kleinen Kinder reiben schon ab einem Alter von zehn Monaten unbewusst die Zähne von Ober- und Unterkiefer gegeneinander, was knirschende Geräusche erzeugt. Auch ein Klappern mit den Zähnen ist möglich. Experten vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) geben hier jedoch Entwarnung. Das Zähneknirschen bei Kindern in diesem Alter ist in der Regel unbedenklich und verliert sich mit den Milchzähnen meist von selbst. Die Gründe für dieses frühe Zähneknirschen sind medizinisch noch nicht geklärt.
Zähneknirschen im Schulkindalter
Aufmerksam werden sollten Eltern, wenn nächtliches Zähneknirschen auch im Schulalter noch auftritt. Hier kann der Bruxismus ein deutliches Anzeichen von Stress sein. Unwohlsein und Anspannung bei Schulkindern machen sich häufig nicht nur durch Bruxismus, sondern auch durch das Kauen an den Fingernägeln oder an den inneren Seiten der Wangen bemerkbar. Hausmittel wie ein warmes Bad oder eine Tasse heiße Milch vor dem Schlafengehen können dafür sorgen, dass das Zähneknirschen eine vorübergehende Episode bleibt. Die Milch sollte aber nicht nach, sondern vor dem abendlichen Zähneputzen getrunken werden, da auch Milch Zucker (Laktose, also Milchzucker) enthält. Hilfreich kann auch sein, wenn Eltern mit ihren Kindern über ihre Sorgen sprechen und ihnen signalisieren, dass sie sie in jeder Hinsicht unterstützen. Und schließlich können Eltern mit den Kindern einfache Entspannungstechniken einüben, die in das Programm der abendlichen Routinehandlungen vor dem Schlafengehen aufgenommen werden. Bei Anspannung und Stress knirschen Kinder übrigens auch schon mal tagsüber mit den Zähnen, ohne dass es ihnen bewusst ist. In diesem Fall kann man sie freundlich und beruhigend darauf ansprechen und ihnen erklären, warum sie darauf achten sollten, die obere und untere Zahnreihe nicht mehr gegeneinander zu reiben, um Zahnschäden zu vermeiden.
Hält das nächtliche Pressen und Knirschen hartnäckig an und werden die Zähne dadurch gar schmerzempfindlich, sollte eine Kinder- oder Zahnarztpraxis aufgesucht werden, um den Ursachen auf den Grund zu gehen und eine Behandlung einzuleiten. Denn chronisches Zähneknirschen führt zu einem Abrieb an den Zähnen und damit zu einem Verlust an Zahnsubstanz. Solche Abriebspuren können in der Zahnarztpraxis festgestellt werden. Eine Schiene aus metallverstärktem Kunststoff, die beim Zahnarzt angefertigt wird und die das Kind nachts trägt, bildet eine Schutzbarriere zwischen den Zähnen im Ober- und Unterkiefer und kann so weiteren Abrieb verhindern und Zahnlockerungen vorbeugen.