Auch Kinder von Verletzungen im Mundbereich betroffen
Beim Sport und bei sportlichen Freizeitaktivitäten schützen Helm, Gelenk- und Schienbeinschoner Kopf, Gelenke und Beine vor Verletzungen. Ebenso wichtig ist es jedoch, Zähne und Kiefer zu schützen. Denn rund ein Drittel aller Verletzungen im Mund- und Gesichtsbereich treten beim Sport auf. Dabei kann es sich um Verletzungen der Zahnhartsubstanz, Zahnlockerungen und Stellungsveränderungen bei Zähnen oder sogar Zahnverlust sowie Verletzungen von Lippen, Zunge und Kieferknochen handeln. Kinder sind ebenfalls häufig davon betroffen. Schätzungen zufolge hat fast jedes zweite Kind in Europa vor dem 16. Lebensjahr bereits ein Zahntrauma erlitten.
Den wirksamsten Mundschutz gibt es beim Zahnarzt
Ein guter Mundschutz kann solchen sportbedingten Zahn-, Mund- und Kieferverletzungen und sogar Gehirnerschütterungen wirksam vorbeugen, indem er Stöße abfedert, Zähne und Kiefer stabilisiert sowie Lippen, Zuge und Weichteile schützt. Das Tragen eines Mundschutzes ist dabei nicht nur für alle Kontaktsportarten, sondern auch für sportliche Freizeitaktivitäten wie Reiten, Mountainbiking und Inlineskating anzuraten. Einen wirksamen, professionell gefertigten Mundschutz, der die individuellen Zahn-, Kieferkamm- und Schleimhautverhältnisse im Mund genau berücksichtigt und weder die Atmung noch die Kommunikation beeinträchtigt, erhält man in der Zahnarztpraxis. Die Anfertigung ist entsprechend aufwendig und wird vom Zahntechniker auf der Grundlage von Abformungen, die in der Zahnarztpraxis abgenommen werden, hergestellt. Ein solcher individuell gefertigter Mundschutz eignet sich auch für Kinder oder Träger fester Zahnspangen. Vorgefertigter Mundschutz aus dem Sportgeschäft oder dem Online-Handel bietet dagegen einen deutlich geringeren Verletzungsschutz, verrutscht gerne und stört häufig beim Atmen oder Sprechen.
Mundschutz reinigen – so geht es am besten
Damit die Schutzwirkung eines Mundschutzes so lange wie möglich erhalten bleibt, muss er nach jedem Einsatz effektiv gereinigt werden. Eine Studie der „Swinburne University of Technology“ in Melbourne hat aktuell untersucht, in welchem Ausmaß Sportmundschutze von Kindern bakteriell belastet sind und wie sie am besten gesäubert werden, um die verbleibende Zahl von Keimen möglichst gering zu halten. Wird ein Mundschutz nach dem Tragen nur kurz mit Wasser abgespült, werden lediglich 60 bis 70 Prozent der Bakterien entfernt. Mundspüllösungen, die Alkohol oder Wasserstoffperoxid enthalten, sowie Reinigungstabletten erzielen zwar ein besseres Ergebnis, lassen jedoch ebenfalls eine bedenkliche Anzahl an Keimen zurück. Als effektivste Art der Reinigung hat sich im Rahmen der Studie der Einsatz von Zahnbürste und Zahnpasta erwiesen – er vermag die Bakterienlast nachweislich um nahezu 98 Prozent zu reduzieren.
Ein Mundschutz sollte daher nach dem Sport mit Zahnbürste und Zahncreme gründlich gereinigt und nach dem vollständigen Trocknen in eine saubere und belüftete Aufbewahrungsbox gelegt werden. Am besten verwendet man dazu eine weiche Zahnbürste sowie eine „sanfte“ Zahncreme, die es speziell für die Reinigung von Zahnprothesen gibt. Das schont die Oberfläche des Mundschutzes. Sind Risse oder raue Stellen an der Oberfläche festzustellen oder verschlechtert sich der Sitz des Mundschutzes, ist es an der Zeit, ihn zu ersetzen. An beschädigten Stellen der Oberfläche können sich Bakterien sonst besonders leicht ansiedeln – bei den Messergebnissen der australischen Studie ließ sich hier eine bis um das Achtfache erhöhte Bakteriendichte nachweisen.
Mundschutzpflege und richtiges Verhalten bei Zahnunfällen
Mundschutzstudie und Themenseite „Zahnunfall“
Zur Studie der Universität Melbourne zur Mundschutzpflege mit dem Titel „Surface deterioration and poor handling of sports mouthguards for young football players promote bacterial attachment and colonisation requiring mechanical cleaning“ gelangen Sie unter nachfolgendem Link.
Mundschutzstudie
Sie möchten nicht nur alles über die Vorbeugung von Zahn- und Mundverletzungen wissen, sondern darüber hinaus erfahren, wie man sich im schlimmsten Fall – wenn ein Zahnunfall eingetreten ist – richtig verhält? Unsere Themenseite „Zahnunfall – was tun?“ setzt Sie mit hilfreichen Tipps und weiterführenden Links darüber ins Bild, wie ausgeschlagene Zähne und Zahnteile bis zum Erreichen einer Zahnarztpraxis oder einer Zahnklinik bestmöglich konserviert werden können.