Testsieger sind die günstigsten Produkte
Erfreulicherweise konnte in den übrigen zwei Dritteln der von „Stiftung Warentest“ neu geprüften Kinderzahncremes die für Kinder bis sechs Jahre empfohlene Fluoridkonzentration von 1.000 ppm (parts per million) im Labor nachgewiesen werden. Jede dieser Zahncremes bietet somit einen ausreichenden Kariesschutz für die Zähne von Kindern in diesem Alter.
Die drei Testsieger sind gleichzeitig auch die günstigsten Produkte im Test. Sie stammen von Aldi (Eurodont Kinder Zahncreme), Lidl (Dentalux Kids) und Rossmann (Alterra Zahngel Kinder). Diese drei Zahncremes konnten sich den ersten Platz im Zahnpasta-Ranking sichern und glänzen mit einem Notendurchschnitt von 1,1. Zu den Schlusslichtern mit der Note „mangelhaft“ gehört ausgerechnet auch die teuerste Zahncreme im Test. Manche Anbieter setzen Hydroxylapatit oder Xylit als Fluorid-Ersatz ein. Deren ausreichende Wirksamkeit als Kariesschutz ist im Gegensatz zur kariesvorbeugenden Wirkung von Fluorid jedoch wissenschaftlich nicht belegt.
Eltern, die auf einen ausreichenden Kariesschutz für die Zähne ihrer Kinder Wert legen, müssen also nicht unbedingt tief ins Portemonnaie greifen. Die Preise für die getesteten Kinderzahncremes liegen dabei zwischen 50 Cent bis 11,20 Euro pro 100 Milliliter. Alle Zahncremes wurden auch auf gesundheits- und umweltschädliche Inhaltsstoffe hin überprüft. Der möglicherweise erbgutschädigende Farbstoff Titandioxid war in keinem Produkt enthalten. Dennoch wurden bei sechs Kinderzahnpasten Stoffe nachgewiesen, die im Verdacht stehen, umweltschädlich zu sein.
Kinderzahnpasta hat altersgerechten Fluoridgehalt
Ab dem Durchbruch des ersten Milchzahns bis zum Beginn des Zahnwechsels oder bis zum sechsten Geburtstag ist immer eine Zahnpasta speziell für Kinder mit einer altersgerechten Fluoridkonzentration zu verwenden. Kinderzahnpasta hat grundsätzlich eine geringere Fluoridkonzentration als Zahncreme für Erwachsene. Ihr Fluoridgehalt sollte bei 1.000 ppm Fluorid liegen. Neben dem Fluoridgehalt können Eltern beim Zahnpastakauf auch auf den Aufdruck „für Milchzähne“ oder „für Kinder bis zum sechsten Geburtstag“ achten. Als vorteilhaft bei den Testsiegern von Stiftung Warentest wurde übrigens auch eine kleine Tubenöffnung gewertet, die bewirkt, dass nicht zu viel Zahnpasta auf die Zahnbürste gelangt. Denn für das Putzen von Kinderzähnen gilt die zahnmedizinische Empfehlung, dass bis zum zweiten Geburtstag lediglich eine reiskorngroße Menge, von zwei bis sechs Jahren eine erbsengroße Portion Zahnpasta verwendet werden sollte. Kinderzahncreme sollte auch nicht süß schmecken, da Kinder bis zum Alter von etwa vier Jahren noch nicht so gut ausspucken können und häufig auch ungewollt Zahnpasta verschlucken.
Sobald der erste bleibende Backenzahn hinter den letzten Milchzähnen durchbricht, ist es wichtig, eine Zahnpasta mit möglichst hoher Fluoridkonzentration zu verwenden, da der Zahnschmelz bei den bleibenden Zähnen zunächst noch nicht voll ausgehärtet ist und hier ein besonders hohes Karies-Risiko besteht. Ab dem sechsten Geburtstag kann ein Kind dabei im Prinzip eine Erwachsenenzahnpasta mit einer Fluoridkonzentration von bis zu 1.500 ppm benutzen. Für Kinder ab dem Schulalter gibt es übrigens auch spezielle Juniorzahncremes, die oft milder als Produkte für Erwachsene schmecken. Aber auch die Juniorzahncreme sollte mit bis zu 1.500 ppm so viel Fluorid enthalten wie eine Erwachsenenzahnpasta.
Wirksamer Kariesschutz
Fluorid macht Kinderzähne stark
Fluorid ist bei Kinder- wie bei Erwachsenenzahncremes ein wichtiger Bestandteil zur Kariesvorbeugung. Es erhöht die Widerstandskraft der Zähne gegen Säuren, führt zu einer Wiederaufnahme wichtiger Mineralien in den Zahnschmelz und wirkt sich hemmend auf den Stoffwechsel von Karieskeimen aus. Es ist daher wichtig, auch für Kinder eine fluoridierte Zahnpasta mit einem altersgerechten Fluoridgehalt zu verwenden: 1.000 ppm Fluorid bis zum sechsten Geburtstag, danach 1.500 ppm. Die Anwendung von Fluoridtabletten und fluoridiertem Speisesalz oder von Fluoridlack sollten Eltern mit dem behandelnden Zahnarzt besprechen.