Jede vierte Gesundheitsfachkraft hat im Beruf bereits körperliche Gewalt erfahren

Die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage werfen ein Schlaglicht auf eine beunruhigende Entwicklung, über die in der letzten Zeit immer wieder in den Medien berichtet wurde. Sie zeigen, dass drei Viertel der Gesundheitsfachkräfte in den vergangenen zwölf Monaten schon einmal Konfliktsituationen und Gewalt in verschiedenen Ausprägungen erlebt haben. Ein Viertel der Befragten war sogar körperlicher Gewalt ausgesetzt.
Von Öffentlichkeitsarbeit (sk)
Erstellt am 23.10.2024
Quelle: Doctolib
Eine junge Ärztin macht mit entschlossenem Gesichtsausdruck eine abwehrende Handgeste, die sich gegen Gewalt im Gesundheitswesen richtet. © Jihan – stock.adobe.com

Verbale und körperliche Gewalt

An der Online-Befragung, die vom Meinungsforschungsunternehmen YouGov im Auftrag von Doctolib vom 27. August 2025 bis zum 4. September 2025 durchgeführt wurde, beteiligten sich 1.008 Ärztinnen und Ärzte, medizinische Fachangestellte und Pflegekräfte, die ihrem Beruf aktuell oder in den letzten zwölf Monaten in einer Praxis oder Klinik nachgegangen sind. Die Formen der Gewalt, denen die Gesundheitsfachkräfte ausgesetzt waren, reichten von verbalen Aggressionen und Beleidigungen durch Patienten oder deren Angehörige, die 66 Prozent der Befragten über sich ergehen lassen mussten, über Bedrohungen, von denen 38 Prozent der Gesundheitsfachkräfte berichten, bis hin zur körperlichen Gewalt, von der jede vierte Fachkraft (24 Prozent) betroffen war. Insgesamt sind 75 Prozent aller Befragten während der Berufsausübung bereits schon einmal Gewalt oder einer Konfliktsituation ausgesetzt gewesen, davon der weit überwiegende Teil (85 Prozent) sogar mehrfach.

Gewalterfahrung bleibt nicht ohne psychische Folgen

Verbale oder körperliche Gewalt, die Gesundheitsfachkräfte bei der Berufsausübung erfahren haben, führt häufig dazu, dass die Betroffenen Angst und Unsicherheit am Arbeitsplatz entwickeln. Darüber berichten 39 Prozent der befragten männlichen und 35 Prozent der weiblichen Gesundheitsfachkräfte. Viele können nicht verstehen, dass es gewaltbereiten Patienten oder Patientenangehörigen offenbar an Respekt gegenüber den helfenden Händen in der Gesundheitsversorgung fehlt.

Initiative gegen Gewalt und Rassismus im Gesundheitswesen

Von Seiten der Bundesregierung ist inzwischen ein neues Gesetz angekündigt worden, mit denen die Angehörigen der Gesundheitsberufe besser vor Aggression und Gewalt geschützt werden sollen. In der Gesellschaft hat Gewalt nichts zu suchen – und erst recht nicht im Gesundheitswesen. Ein klares Zeichen gegen die zunehmende Gewalt gegen Angehörige der Gesundheitsberufe setzen auch die Zahnärztinnen und Zahnärzte in Nordrhein-Westfalen. Sie haben sich der Initiative des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums (MAGS) gegen Rassismus, Diskriminierung und Gewalt gegenüber den Mitarbeitenden im Gesundheitswesen angeschlossen.

Klares Zeichen gegen Gewalt im Gesundheitswesen

Zahnärzteschaft unterstützt Initiative des Gesundheitsministeriums NRW

Mit einer gemeinsamen Initiative setzen das Gesundheitsministerium sowie die zentralen Akteure des Gesundheitswesens in Nordrhein-Westfalen, darunter auch die Vertreterinnen und Vertreter der Zahnärzteschaft, ein deutliches Zeichen: kein Rassismus, keine Diskriminierung und keine Gewalt gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Gesundheitswesen.

Gewalt im Gesundheitswesen

Online-Umfrage mit alarmierenden Ergebnissen

Einen ausführlichen Bericht zur YouGov-Umfrage zum Thema Gewalt im Gesundheitswesen finden Sie auf der Website von Doctolib.