Heiß auf Eis – aber die Zähne schmerzen!

Der Sommer ist da und die nächste Hitzewelle naht. Jetzt stehen eisgekühlte Getränke und leckeres Eis in allen Geschmacksrichtungen hoch im Kurs. Aber Kaltes kann schmerzempfindlichen Zähnen ganz schön zusetzen. Grund für solche Beschwerden sind oft Schäden am Zahnschmelz oder freiliegende Zahnhälse.
Von Susanne Krieger
Erstellt am 10.07.2026
Quelle: zahn-online.de
Eine junge Frau verzieht das Gesicht vor Schmerz und greift sich an die Wange, nachdem sie in ein Eis am Stil gebissen hat. © Pixel-Shot – stock.adobe.com

Wenn Kaltes oder Saures an den Zähnen schmerzt

Kalte Erfrischungsgetränke mit möglichst vielen Eiswürfeln, Eis am Stiel, im Hörnchen oder als leckerer Eisbecher, den man sich in der Eisdiele schmecken lässt – wer kann da an heißen Tagen schon widerstehen, an denen man dringend eine Abkühlung benötigt. Doch Kaltes kann an den Zähnen schmerzen – auch die Fruchtsäure von Säften und Saftschorlen oder zuckerreiche Getränke und Naschereien sorgen mitunter für ein unangenehmes Ziehen an den Zähnen.

Schäden am Zahnschmelz oder freiliegende Zahnhälse

Grund für solche Beschwerden sind Schäden am Zahnschmelz oder freiliegende Zahnhälse, wodurch die Zähne äußeren Reizen wie Temperatur, Säure oder Zucker schutzlos ausgeliefert sind. Vor allem Temperaturreize wie Kälte oder Hitze können bis zum Zahnnerv vordringen und ziehende oder stechende Schmerzen verursachen. Probleme können auch im von Zahnfleisch umgebenen Wurzelbereich entstehen, wenn das Zahnfleisch zurückgeht. Dann liegen die Zahnhälse frei, die von vielen kleinen Kanälchen durchzogen werden, so dass durch eine zu kalte oder heiße Temperatur oder den Kontakt mit Säure und Zucker hervorgerufene äußere Reize direkt zum Zahnnerv und von dort aus an das Gehirn weitergeleitet werden. Die Folge sind unangenehme Schmerzimpulse, die ein genussvolles Essen und Trinken verhindern.

Fehler beim Zähneputzen und Parodontitis

Was ruft aber eine Beschädigung des Zahnschmelzes und freiliegende Zahnhälse hervor? Häufig sind Fehler beim Zähneputzen die Ursache des Problems. Manche Menschen putzen bei der Zahnpflege mit zu viel Druck. Wird die Zahnbürste dazu horizontal bewegt, können Zahnfleisch und -schmelz regelrecht weggescheuert werden, so dass die Schutzschicht über dem Nerv dünn wird. Daneben führt häufig auch eine Entzündung des Zahnhalteapparats (Parodontitis) zu freiliegenden Zahnhälsen und einer gesteigerten Schmerzempfindlichkeit. Ist die Mundhygiene nicht ausreichend, breiten sich Bakterien auf den Zahnoberflächen ungehindert aus, bilden Beläge und dringen schließlich auch in den Raum zwischen Zahn und Zahnfleisch vor. So entsteht eine Entzündung des Zahnhalteapparats, zu dem das Zahnfleisch, die knöcherne Umgebung, die Wurzelhaut und die Wurzelhautfasern gehören. Bleibt die Krankheit unbehandelt, löst sich das entzündete Gewebe nach und nach vom Zahnhals ab, der somit seinen Schutz verliert. Nicht zuletzt kann auch nächtliches Zähneknirschen die Ursache für Beschädigungen von Zahnschmelz, Zahnfleisch und Kiefergelenk sein.

Wie man vorbeugen kann

Zahnmediziner raten daher, rechtzeitig vorzubeugen. Hierfür empfiehlt sich eine ebenso sorgfältige wie schonende Zahnpflege unter Verwendung einer Zahnbürste mit weichem oder mittlerem Härtegrad. Der Druck beim Putzen sollte nur gering sein. Wichtig ist auch, die Zähne nicht zu „scheuern“, sondern sie mit einer eher fegenden Bewegung zu putzen, die vom Zahnfleisch wegführt und bei der die Zahnbürste ungefähr in einem 45-Grad-Winkel gehalten wird. Mit dieser Technik reinigt man auch die Zwischenräume viel besser. Spezielle Zahncremes für empfindliche Zahnhälse mit einem geringen Anteil an rauen Putzkörpern sowie konzentrierte Fluoridpasten können ebenfalls helfen. Letztere sollten allerdings nur in Absprache mit dem Zahnarzt oder der Zahnärztin angewendet werden. Zur Vermeidung von Schäden durch Zähneknirschen können sich Patienten von ihrem Zahnarzt oder ihrer Zahnärztin individuelle Bissschienen anfertigen lassen. Und eine gewissenhafte Zahnpflege zu Hause und die regelmäßige Wahrnehmung der Kontrolluntersuchungen in der Zahnarztpraxis beugen der Entstehung einer Parodontitis vor.

Behandlungsmöglichkeiten für freiliegende Zahnhälse

Sind bereits freiliegende Zahnhälse vorhanden, müssen diese vom Zahnarzt oder von der Zahnärztin – oft in mehreren Sitzungen – mit speziellen Fluoridlacken behandelt werden. Darüber hinaus ist eine Versiegelung der Zahnhälse mit Kunststoff möglich oder mit remineralisierenden Dentalgels, die einmal wöchentlich nach dem Putzen aufgetragen werden. Liegt eine Parodontitis vor, ist eine Behandlung in der Zahnarztpraxis ebenfalls unumgänglich. Eine unbehandelte Parodontitis führt im schlimmsten Fall zu Zahnverlust und birgt darüber hinaus große Risiken für die allgemeine Gesundheit.

Das könnte Sie auch interessieren

Zahn- und Mundprobleme

Mundgeruch, überempfindliche Zähne, Veränderungen der Mundschleimhaut und andere Zahn- und Mundprobleme können lästig und schmerzhaft sein.

Parodontalbehandlung

Die moderne Parodontalbehandlung: ein systematisches und individuelles Therapieprogramm auf dem neuesten Stand der Wissenschaft.