Behandlung

Durchbruch der Weisheitszähne

Die Weisheitszähne sind die letzten Backenzähne im Ober- und Unterkiefer und werden auch als „Achter“ bezeichnet, da sie die achten Zähne gemessen von der Mitte des Gebisses aus sind. Die „Achter“ brechen bei Menschen in der Regel im Alter von 18 bis 25 Jahren durch. Ist im Gebiss kein Platz mehr für die Weisheitszähne, müssen sie entfernt werden.
Von Susanne Krieger
Erstellt am 14.04.2026
Quelle: zahn-online.de
Röntgenaufnahme eines menschlichen Gebisses mit Weisheitszahn. © Zhuravleva Katia – stock.adobe.com

Probleme bei unzureichendem Platz im Kiefer

In der Evolutionsgeschichte des Menschen gab es Zeiten, in denen seine Ober- und Unterkiefer länger waren und ausreichend Platz für die Weisheitszähne boten. Im Gegensatz dazu ist das heutige menschliche Gebiss verkürzt, so dass die letzten Backenzähne beim Durchbrechen und schon zuvor erhebliche Probleme verursachen können. Die Hauptdurchbruchszeit für die Weisheitszähne liegt dabei im Alter von 18 bis 25 Jahren, sie können jedoch bereits ab dem 15. Lebensjahr oder deutlich später bis zum 40. Lebensjahr aus dem Kiefer heraustreten. Sie entwickeln sich auch nicht bei allen Menschen und müssen nicht immer gleich entfernt werden. Finden sie jedoch nicht genug Platz, können sie bereits dann, wenn sie noch im Kiefer liegen und noch nicht herausgewachsen sind, Druck ausüben und Schmerzen hervorrufen. Insbesondere Weisheitszähne, die nur teilweise durchbrechen, verursachen Entzündungen und Schmerzen. Es gibt auch „Achter“, die aus Platzmangel waagerecht wachsen, Nachbarzähne wegdrängen und so Zahnfehlstellungen bewirken oder über die Kau-Ebene hinauswachsen, wenn im Ober- oder Unterkiefer ihr Gegenspieler fehlt. In seltenen Fällen bilden sich bei einem Menschen auch acht statt vier Weisheitszähne aus.

Weisheitszähne unter Beobachtung

Insbesondere im Fall bereits erfolgter Korrekturmaßnahmen aufgrund eines zu engen Kiefers und bei jungen Zahnspangenträgern wird der Zahnarzt oder Kieferorthopäde die Entwicklung von Weisheitszähnen immer im Auge behalten, um sie entfernen zu können, bevor sie Schaden anrichten. Sind die Weisheitszähne bereits voll entwickelt und gerade gewachsen, kann der Zahnarzt sie im Fall von Schmerzen ebenso behandeln bzw. ziehen wie andere Zähne. Problemlos ist es meist, Weisheitszähne im Oberkiefer zu entfernen. Im Unterkiefer ist dies nicht so leicht, da hier die Lage des Achters im Kieferwinkel die Extraktion erschwert. Liegen die Weisheitszähne ungünstig im Kieferknochen oder müssen sie aufgrund von Entzündungen herausoperiert werden, ist hierfür häufig der Kieferchirurg zuständig.

Entfernung durch oralchirurgischen Eingriff

Bei einer Operation der Achter handelt es sich um einen oralchirurgischen Eingriff, der unter lokaler Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt wird. Rauchen sollte nach dem Eingriff strikt unterlassen werden, da bereits eine einzige Zigarette die Durchblutung und damit den Heilungsprozess stören kann. Schon nach wenigen Tagen ist es wieder möglich, feste Nahrung zu sich zu nehmen. Von Sport muss jedoch so lange abgesehen werden, bis ihn der behandelnde Arzt wieder erlaubt. Denn bei sportlichen Aktivitäten besteht die Gefahr, dass die Wunde wieder aufplatzt. Ebenso ist beim Zähneputzen Vorsicht geboten. In den ersten Tagen sollte zur Zahn- und Mundreinigung auch eine antiseptische Mundspülung verwendet werden.

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