Forschung

Cannabiskonsum erhöht Risiko für Karies und Zahnverlust

Dass Rauchen die Mundgesundheit erheblich gefährdet und ein beträchtlicher Risikofaktor für die Entstehung von Parodontitis ist, ist der Wissenschaft schon länger bekannt. Jetzt hat die zahnmedizinische Forschung Belege dafür gefunden, dass auch der Konsum von Cannabis für Zähne und Zahnfleisch nicht ohne schädliche Folgen bleibt.
Von Öffentlichkeitsarbeit (sk)
Erstellt am 21.03.2025
Eine junge Frau raucht genießerisch einen Joint. © Daria – stock.adobe.com

Zunahme des Cannabiskonsums in den USA

US-amerikanische Forscher der School of Dental Medicine an der State University of New York at Buffalo haben herausgefunden, dass das Rauchen von Cannabis Karies und Zahnverlust fördert. Diese Forschungsergebnisse sind umso alarmierender, als die USA 2023 den höchsten Cannabiskonsum bei jungen Menschen der Altersgruppe von 19 bis 30 Jahren zu verzeichnen hatten, der je in den Staaten festgestellt wurde. Zwar ist der Gebrauch, Besitz und Verkauf von Cannabis in den USA nach dem Bundesrecht illegal. Etliche Bundesstaaten erlauben jedoch den Konsum von Cannabis für Personen ab 21 Jahren.

Nach vorausgehenden klinischen Beobachtungen zu den Folgen eines regelmäßigen Cannabiskonsums führten die Wissenschaftler in Buffalo eine Auswertung der in den Jahren 20215 bis 2018 im Rahmen der National Health and Nutrition Examination Survey gewonnenen Daten von 5.656 Teilnehmern im Alter von 18 bis 59 Jahren durch. Die Probanden waren unter anderem zu ihrem Marihuana-Konsum befragt worden. Berücksichtigt wurde jeder mindestens einmal monatlich in den letzten zwölf Monaten erfolgte Cannabiskonsum. Im Fokus der Analyse stand der Zusammenhang zwischen dem regelmäßigen Rauchen von Joints und dem Auftreten von Karies und Zahnverlust. Dabei wurde zwischen Kronen- und Wurzelzahnkaries unterschieden.

Gefahr für Zahnverlust um mehr als 40 Prozent erhöht

Die Ergebnisse sprechen für sich. Im Vergleich zu „Cannabis-Abstinenzlern“ konnte bei denjenigen Befragten, die einen regelmäßigen Cannabiskonsum eingeräumt hatten, ein durchschnittlich 17 Prozent höheres Risiko für Kronenkaries festgestellt werden. Für Wurzelkaries war das Risiko einer Erkrankung bei den Cannabisliebhabern sogar um 55 Prozent erhöht. Darüber hinaus war die Wahrscheinlichkeit, einen Zahnverlust zu erleiden, bei Marihuana-Rauchern ebenfalls erheblich größer – um ganze 41 Prozent.

Da der Cannabiskonsum in den USA deutlich an Fahrt aufgenommen hat, ist angesichts dieser Studie von einer nicht zu unterschätzenden Gefahr für die Mundgesundheit der Bevölkerung des Landes auszugehen. Die an der Analyse beteiligten Wissenschaftler vermuten außerdem eine Dunkelziffer und nehmen an, dass der Zuspruch für Cannabisprodukte bei nicht wenigen Studienteilnehmern tatsächlich größer war, als sie in ihrer Selbstauskunft angegeben haben.

   

Cannabiskonsum schadet Mundgesundheit

Link zur Studie

Zur Studie mit dem Titel „Frequent recreational cannabis use and its association with caries and severe tooth loss“ gelangen Sie über den nachfolgenden Link.

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