Untersuchungsmöglichkeiten

Kiefergelenk- und Kaumuskelerkrankungen: Rechtzeitig erkennen und behandeln

Sowohl die Behandlung von Kiefergelenk- und Kaumuskelerkrankungen als auch die Vorbeugung durch verschiedene Vorsorgemaßnahmen zählen zu den wichtigen Aufgaben des Zahnarztes. Denn Fehlkontakte auf den Kauflächen der Zähne können in Kombination mit Stress zuerst die Kaumuskeln und später das gesamte Kiefergelenk schädigen. Um mögliche Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, beschäftigt sich die sogenannte Funktionslehre unter anderem mit der Untersuchung von Kiefer und Zähnen in Ruhestellung sowie in der Bewegung zueinander. Sie umfasst auch die beiden Bereiche „Funktionsanalyse“ und „Funktionstherapie“.

Die Funktionsanalyse: Untersuchung von Kiefergelenk und -muskeln

Der Oberkiefer ist fest mit dem Schädel verwachsen, bewegen lässt sich nur den Unterkiefer. Er hat beidseitig ein Gelenk, das über eine Knorpelscheibe und einen komplizierten Bänder- und Muskelapparat mit dem Schädel funktionell verbunden ist. Über Reflexe stehen diese Muskeln bis herunter zur Rückenmuskulatur in Verbindung. Auf dieser Erkenntnis beruhen sowohl die manuelle als auch die instrumentelle Funktionsanalyse.

Bei der manuellen Funktionsdiagnostik tastet der Zahnarzt die Gelenke und alle Muskeln ab, die beim Kauprozess mitwirken, und bewertet sie:

  • Stimmt die Verzahnung?
  • Geht der Mund weit genug auf?
  • Weicht der Unterkiefer beim Öffnen zur Seite ab?
  • Knackt das Gelenk?
  • Ist der Gelenkzwischenraum elastisch?

Durch die manuelle Funktionsdiagnostik erhält der Zahnarzt wichtige Informationen über eine eventuelle Lageabweichung des Unterkiefers. In einfachen Fällen kann nach der ersten Untersuchung bereits eine Diagnose gestellt werden, in schwierigen Fällen folgt als nächster Schritt die instrumentelle Funktionsanalyse. Ein wichtiges Hilfsmittel hierfür ist der sogenannte Artikulator, eine Art Gelenksimulator. Der komplizierte und äußerst individuelle Kauprozess kann mit dem Artikulator nachgeahmt werden. So kann der Zahnarzt den aktuellen Ist-Zustand feststellen und ihn mit einem für die Gelenke erstrebenswerten Soll-Zustand vergleichen.

Die Funktionstherapie: Vielseitige Behandlungsmöglichkeiten

Im Anschluss an die Funktionsanalyse können ursachenspezifische Behandlungen wie eine Schienentherapie oder Einschleifbehandlungen und Bisserhöhungen folgen. Chirurgische Therapien der Kiefergelenke sind heutzutage die absolute Ausnahme. Spätestens bei der Anfertigung von neuem Zahnersatz ist es oft notwendig, alte und neue Kauflächen der Gelenksituation anzupassen. Und das ist schon während der Herstellung des Zahnersatzes durch eine detaillierte Vermessungen des Kiefers möglich. So kann der neue Zahnersatz später dabei helfen, die Zubeißsituation zu verbessern. Dadurch wird der Kaukomfort erhöht und einem Verschleiß der Zähne und des Kiefergelenkes vorgebeugt. 

Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse?

Funktionsanalyse und Funktionstherapie sind seit vielen Jahren Bestandteil der zahnärztlichen Gebührenordnung, jedoch keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen.

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